04. Juli 2011

Light-in-progress Vol.2

Stärker beleuchten? Schwächer beleuchten? Besser beleuchten! Unter diesem Motto stand die zweite Ausgabe von Light-in-progress, der iGuzzini Event-Ausstellung in der Mailänder Triennale, bei der die Fortschritte der Beleuchtungstechnik insbesondere für den urbanen Raum im Vordergrund standen. Wie beleuchtet man eine Stadt? Wie kann man Energie sparen? Wie kann man besser beleuchten?

Die zweite Ausgabe von Light-in-progress, der iGuzzini Event-Ausstellung in der Mailänder Triennale [Bild: iGuzzini illuminazione spa]

Turin, La Venaria Reale [Bild: iGuzzini illuminazione spa]

ĽAquila, Mittelitalien [Bild: iGuzzini illuminazione spa]

ĽAquila, Mittelitalien [Bild: iGuzzini illuminazione spa]

ĽAquila, Mittelitalien [Bild: iGuzzini illuminazione spa]

Beaune, Frankreich [Bild: iGuzzini illuminazione spa]

Beaune, Frankreich [Bild: iGuzzini illuminazione spa]

Beaune, Frankreich [Bild: iGuzzini illuminazione spa]

Beaune, Frankreich [Bild: iGuzzini illuminazione spa]

Ein Highlight der außergewöhnlichen Veranstaltung war die unkonventionelle Inszenierung der Ausstellung unter dem Motto "Überraschen" [Bild: iGuzzini illuminazione spa]

Die Besucher befanden sich in einem durch farbiges Licht angestrahlten Raum, in dem Stadtbeleuchtungssysteme umgedreht von der Decke herab installiert waren und ihren Lichtkegel gegen die Decke richteten [Bild: iGuzzini illuminazione spa]

Mittels 3D-Videotechnologie und polarisierten Brillen wurden die Besucher an die Orte geführt, an denen die Beleuchtungssysteme installiert sind [Bild: iGuzzini illuminazione spa]

Vor dem Hintergrund dieser Fragestellungen realisierte iGuzzini für die zahlreichen Gäste eine virtuelle Entdeckungsreise mit Google Earth Pro in vier Städte und stellte ad hoc geschaffene Beleuchtungslösungen und die internationalen Teams aus Designern, Architekten und Lichtplanern, die diese entworfen haben, vor.



Die gesammelten Projekte zeigen die Stadt als Bühne. Das Licht ist Spektakel, Emotion, Vision. Vor allem aber ist es Kultur, die sich modernsten Technologien – alle mit niedrigem Energieverbrauch – anvertraut, um das nächtliche Gesicht der Stadt aufzuwerten.
Turin, Hamburg, ĽAquila und die Stadt Beaune wurden von den beteiligten Designern und Planern ins Visier genommen. Wir zeigen Ihnen drei dieser interessanten Projekte:

Turin, La Venaria Reale
Eine innovative Leuchte. Ein besonderes Projekt für einen besonderen Ort, entstanden aus der Kreativität von Michele De Lucchi. Die außergewöhnliche Leuchte zur Beleuchtung des Platzes gegenüber dem prunkvollen Schloss Venaria Reale in Turin, dem ehemaligen Sitz der italienischen Königsfamilie, fügt sich mit dezenter Natürlichkeit in den geschichts- und kunst-trächtigen Rahmen des Palastes der Savoyer ein. In der Absicht, das traditionelle Erscheinungsbild des Platzes nicht zu stören, legt das Projekt fest, dass die neuen Leuchten genau dort aufgestellt werden, wo früher die alten Laternen standen. Die neue Leuchte hat jedoch nicht nur die Aufgabe, den Platz und die Monumente zu erhellen, sondern ihn mit ihrem Licht zu inszenieren und von jeder Perspektive aus erkennbar zu sein.

Der Strahler mit einseitiger Lichtausstrahlung muss sich deshalb zu einem Objekt entfalten, das den gesamten Platz mit einer gleichmäßigen Beleuchtung überflutet. Unter diesem Gesichtspunkt erkennt De Lucchi in der „Krone” das Symbol, aus dem sich die neue Leuchte entwickeln soll. Ein Sinnbild für die Geschichte des Schlosses und seinen gekrönten Häuptern, perfekt in seiner runden Form, um die innovativste der Lichtquellen, die LED, aufzunehmen. „Jede LED ist in genau berechneter Anordnung auf die Krone gesetzt und so ausgerichtet, dass sie einen bestimmten Teil des Platzes anstrahlt. Als wir merkten, dass es nicht notwendig war, die gesamte Krone mit LEDs zu bedecken, haben wir einfach beschlossen, sie an überflüssigen Stellen wegzulassen. Zum Schluss ist die Krone wie zu einem Stück Himmel geworden. Wie die Sterne, die ungeordnet am Himmel stehen, so haben auch die LEDs keine regelmäßige Anordnung auf den Kronen, die den Platz beleuchten”, so Michele De Lucchi.

Aus dem speziell für La Venaria Reale entworfenen Design haben De Lucchi und iGuzzini die Serienleuchte Crown in einer essentielleren und den vielfältigen städtischen Gegebenheiten besser angepassten Form entwickelt.

L’Aquila, Mittelitalien

Im Rahmen der Projekte zum Wiederaufbau der Stadt L’Aquila nach dem verheerenden Erd-beben von 2009, schlug Enzo Eusebi von Nothing Studio ein religiöses Gebäude mit unge-wöhnlichem, aber äußerst zweckmäßigem Design vor: ein wie ein Gewebe konzipierter Bau, leicht und doch erdbebensicher, monumental und doch zurückhaltend. Gerade bei der Vorstellung, wie man den Weg zu diesem Gebäude gestalten könnte, kristallisierte sich die Idee heraus, mit einem Beleuchtungssystem eine neue Stadtlandschaft zu inszenieren. Umgesetzt wurde diese Idee in dem „System 4 in 1”.

Die wesentliche Besonderheit dieses Systems besteht darin, dass sich die Aufmerksamkeit des Planers nicht so sehr auf die Beleuchtungselemente konzentrierte, sondern mehr auf die Masten, an denen sie angebracht sind. Durch die Ausarbeitung des Konzepts der Modularität zerlegte Eusebi den traditionellen einteiligen Mast und schlug ein System aus übereinander gelagerten Anbausegmenten vor. Eine solche Flexibilität ermöglicht nicht nur, dem Mast ein neues Gesicht zu geben, sondern eröffnet die Möglichkeit, die einzelnen Teile mit speziellen Funktionen auszustatten. Das Beleuchtungssystem wird somit zu einem interaktiven Bestandteil in der städtischen Szene. Nicht nur als Träger für das Licht, sondern als Basis zum Anbau von Kommunikationselementen, Überwachungs- und Sicherheitssystemen wie beispielsweise Webcams, von Solarzellen oder einfach von Sonnenschutzvorrichtungen.

Enzo Eusebi: „Der Mast ist aufgeteilt und diese Aufteilung ermöglicht, ähnlich wie es mit den Optionals bei Autos ist, eine vom Grundmodell ausgehende Durchdeklinierung von Versionen. Ich als Käufer kann Farbe, Form, Technologie und Ausstattungen mit verschiedenen Funktionen wählen, von der Stadtüberwachung über Webcam bis zur Solarisation über Solarzellen..... kurz gesagt, es ist ein „smarter“ Mast (im Sinne von Smart als Auto). Nach zwei Jahren kann man die Tür durch eine andere, was Farbe oder Material anbetrifft, austauschen, ändern und nach Belieben dazukaufen. Es ist ein Basiselement, das vielfältig deklinierbar ist”.

Auf der Light-in-progress 2011 wurde das System 4 in 1 nur in einigen der zahlreichen Varianten präsentiert, die das Design ermöglicht. Dabei soll eines der Kernthemen im Konzept dieses Projekts hervorgehoben werden: ein Programm von Stadtleuchten, das durch zahlreiche formale Lösungen innerhalb eines einzigen technischen Systems eine variantenreiche Vielseitigkeit bietet. Zur breiten Fächerung der Abwandlungsmöglichkeiten tragen auch Farbe, Material und Form bei.

Beaune, Frankreich
Licht erzählt Geschichte. In Beaune, früher die Hauptstadt der Herzöge von Burgund, setzt eine modernisierte Beleuchtung die zahlreichen Geschichts- und Kunstdenkmäler der Stadt effekt-voll in Szene und begleitet die Besucher auf ihrer Entdeckungsreise zu den zahlreichen Denkmälern und architektonischen Perlen, die bisher vielen verborgen blieben. Das Licht von iGuzzini diente zur Umsetzung dieses von Lichtplaner Jean Francois Touchard und dem Multi-Video-Spezialisten Jose Cristiani di Cosmo kuratierten Projektes.

Mit Einbruch der Nacht beginnt das Licht einen Weg entlang der bedeutendsten Monumente der Stadt zu zeichnen. Die Fassaden der Gebäude animieren sich mit reizvollen Projektionen, die die Geschichte der Stadt in suggestiven Bildern erzählen und Erinnerungen an frühere Zeiten und denkwürdige Ereignisse aufleben lassen. Ein Farb-Kode verbindet die einzelnen Stätten und Veranstaltungen miteinander. Unbestrittener Mittelpunkt ist das Licht in seiner völlig neuen Gestalt durch die LED-Serienleuchten und modernste lichttechnische Konzepte. Es ist ein intelligentes Licht durch die flexible Anpassung, ein Qualitätslicht durch die ausgereifte Planung und ein zugleich nachhaltiges Licht durch den reduzierten Energieverbrauch.

Jean-François Touchard: „Beaune ist eine kleine Stadt. Die Häuser stehen sehr dicht nebeneinander und die Straßen sind 10 m breit, was bedeutet, dass man sich immer sehr nahe an den Gebäuden befindet. Ich konnte deshalb mit LEDs, sanften Lichtquellen, arbeiten, und dank dieser Art von Beleuchtung gelang es mir, diese Nähe zu respektieren. Ich habe Strahler eingesetzt, mit denen ich durch eine unsichtbare Platzierung in den baulichen Strukturen ein zurückhaltendes Licht schaffen konnte. Den Farb-Kode habe ich hingegen mit dem RGB-System gestaltet. Das iGuzzini Sortiment ermöglichte es mir, diese Beleuchtungsaufgabe perfekt zu lösen. Der Einsatz von Serienprodukten und die Ausnutzung ihres ganzen Potentials stellten auch eine gewisse Herausforderung für mich dar”.

Jose Cristiani: „In erster Linie befinden wir uns in einer Stadt mit Geschichte, die erzählt werden sollte. Eine Geschichte, die wir in einem besonderen Stil, der Videoprojektion darstellen. Ein echtes Spektakel für die Bürger der Stadt Beaune, aber auch für die Touristen, die sie besuchen. Wir haben einige besonders wichtige Orte der Stadt mit Videoprojektionen animiert. Die Kontinuität der Geschichte wird jedoch durch die Allgemeinbeleuchtung wiedergegeben, die all unsere Highlights zueinander in Beziehung setzt”.

Ein Highlight der außergewöhnlichen Veranstaltung war die unkonventionelle Inszenierung der Ausstellung unter dem Motto "Überraschen": Die Besucher befanden sich in einem durch farbiges Licht angestrahlten Raum, in dem Stadtbeleuchtungssysteme umgedreht von der Decke herab installiert waren und ihren Lichtkegel gegen die Decke richteten. Durch diese Umkehrung der Realsituation konnten die Besucher aus einer völlig ungewohnten Situation heraus den Lichtstrom ohne jede Form von Blendung erleben. Mittels 3D-Videotechnologie und polarisierten Brillen wurden die Besucher an die Orte geführt, an denen die Beleuchtungssysteme installiert sind. Dank der stereoskopischen Ansicht wurde das Verhältnis zwischen Objekt, Licht und urbanem Raum erlebbar. Zusammen mit den reproduzierten Beleuchtungssystemen wurden auch die Gebäude, Bäume, Bänke und sogar die Tische nachgebildet. Die mit Hilfe von Generatoren für Partikel, Nebel und volumetrische Lichter erzeugte Simulationswirkung und die sorgfältige Führung des Kamerapaars trugen zur Verstärkung des realistischen Gefühls und zur Erzeugung eines verblüffenden Endeffektes bei.

Die überaus gelungene Veranstaltung war erneut ein überzeugender Beweis für das große Engagement iGuzzinis in den Bereichen Umwelt- und Ressourcenschonung, ohne das wichtigste Ziel aller Bestrebungen aus den Augen zu verlieren: ein besseres Licht für ein besseres Leben.




 
 

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