20. März 2013

Ausgezeichnet für höchste Nachhaltigkeit

Die lombardische Stadt Bergamo in der Nähe von Mailand hält viele Sehenswürdigkeiten für ihre zahlreichen Besucher bereit: Die komplett denkmalgeschützte Altstadt, den Palazzo Vecchio, die Kirche Santa Maria Maggiore, die Cappella Colleoni und die Accademia Carrara mit Gemälden von Boticelli, Rubens, Raffael und Pisanello. Doch bekannt ist die Stadt auch für ihre weltberühmte Polenta und − seit Neuestem − für ein wegweisendes Gebäude von Richard Meier & Architects LLP.

[Bild: iGuzzini illuminazione S.p.A.]

[Bild: iGuzzini illuminazione S.p.A.]

[Bild: iGuzzini illuminazione S.p.A.]

[Bild: iGuzzini illuminazione S.p.A.]

[Bild: iGuzzini illuminazione S.p.A.]

[Bild: iGuzzini illuminazione S.p.A.]

Am östlichen Ende des Wissenschafts- und Technologieparks Kilometro Rosso von Bergamo entstand das neue Zentrum für Forschung und Entwicklung nachhaltiger Beton- und Zementprodukte der Italcementi Group, einer der größten Zementhersteller Europas: i.Lab.



Zwei Besonderheiten prägen diese herausragende Architektur: Die Energieeffizienz und innovative Planungsqualität, die mit dem „Platinum“ LEED-Zertifikat ausgezeichnet wurde, dem international höchsten Standard in der Energie- und Umweltzertifizierung. Und das lichttechnische Konzept von Piero Castiglioni und Guido Bianchi, das eine vollkommene Integration der Beleuchtung in den architektonischen Kontext vorsieht.

Die Qualität des Raums, seine Einfachheit, Linearität und Transparenz bestimmen das architektonische Konzept Meiers bis hinein in die Details einzelner Komponenten. i.Lab ist eine „Fabrik des Wissens“ und eine Synthese hochinnovativer Technologien in Sachen Material und grünem Bauen. Jedes Bauelement, jeder Funktionsbereich, jede räumliche Lösung stellt einen Beleg für die Möglichkeiten des Zements in seiner technisch fortschrittlichsten Form dar. So wurde das Gebäude aus selbst reinigendem, mit einem Photokatalysator versetztem Zement gebaut, der aus der Forschung von Italcementi entstanden ist und die Schadstoffe in der Luft erheblich reduziert. Fotovoltaikpaneele sorgen für die Produktion von sauberer Energie. Der über zwei oberirdische und zwei unterirdische Stockwerke konzipierte, V-förmige Komplex, erschließt sich über eine verglaste Eingangshalle, von der zwei Gebäudeflügel ausgehen. Die Halle erfährt über ein etwa 20 Meter auskragendes Schutzdach aus Beton eine Erweiterung ins Freie, eines der charakteristischen Architekturmerkmale des Gebäudes.

Der Qualität des Raums entspricht die Qualität des Beleuchtungskonzeptes, das sich aus der Beschaffenheit des sehr hochwertigen Zements, seinen herausragenden mechanischen Eigenschaften, seinem Weiß und seiner nicht reflektierenden, perfekt streuenden Textur ableitet. Es zeigt sich nicht offenkundig, sondern wird von der Architektur „verschluckt“, um die Struktur und das verwendete Material hervorzuheben und zu betonen. Leichtigkeit ist das wesentliche Element der Beleuchtung, die sich in den einzelnen Funktionsbereichen des Zentrums voneinander unterscheidet: So kommen in der Eingangshalle und den Gemeinschaftsbereichen Leuchten des Typs Light shed − bestückt mit Leuchtstoff- und Halogenmetalldampflampen − sowie Einbauleuchten für die Allgemeinbeleuchtung zum Einsatz.

Die Beleuchtung des Labor-Bereiches im ersten Flügel bestimmen speziell für das Objekt entwickelte Leuchten des Typs iN70, die Licht-Einschnitte an der Decke bilden und dank ihrer Dark-Light-Optik eine kontrollierte Leuchtdichte am Arbeitsplatz gewähr-leisten. Die Lichtplanung musste zudem die Sicherheitsanforderungen für die Labors berücksichtigen: Die Leuchten sind so positioniert, dass an der Decke ausreichend Platz für die notwendigen Luftabzugssysteme besteht. Extern wird dieser Flügel mit Streiflicht durch Linealuce Einbauleuchten, bestückt mit Leuchtstofflampen, beleuchtet. Ergänzt wird die Fassadenbeleuchtung durch Platea Strahler.

Im zweiten Flügel liegen die Cafeteria, ein großer Konferenzsaal und Büros für die Vertretungen. Der für 240 Personen ausgelegte Konferenzsaal erstreckt sich über die doppelte Höhe mit Glaswänden, die zum Innenhof gehen, und eine Durchgangsgalerie im oberen Stock. Ein weiterer kleinerer Saal durchkreuzt ihn volumetrisch im ersten Stock. Während für die Beleuchtung des großen Konferenzsaals das modulare Lichtsystem Hub in Deckenkanälen eingelassen und abwechselnd mit LED-Einbauleuchten angeordnet ist, wird der kleine Saal von dem System Light air beleuchtet. Das System Deep Frame LED übernimmt hingegen die Beleuchtung des Foyers. Das richtige Licht erhalten die Büros wiederum durch in den Stahlbeton eingelassene Light shed Leuchten sowie durch Leuchten des Typs iRoll mit Ausleger.

Sämtliche Leuchten werden über ein DALI-Protokoll gesteuert. Es automatisiert den Betrieb der Leuchten und gewährleistet gleichzeitig das erforderliche Beleuchtungsniveau für die Arbeit von Forschern und Mitarbeitern.

i.Lab ist ein integratives Projekt von Richard Meier, Italcementi und des Leuchtenherstellers iGuzzini, das planerische Qualität, erneuerbare Energien, nachhaltige Baumaterialien und effizientes, flexibles Licht zusammenführt und damit Umwelt, Arbeit, Forschung und Architektur vereint.




 
 

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