01. Mai 2018

Projekt des Monats
Mai 2018

Wempe München - Dem König hätte es gefallen

Wempe München zeigt eigenen Stil - In den Maximilianarkaden, mit denen König Maximilian II. und sein Baumeister Friedrich Bürklein während des Historismus einen neuen Stil demonstrieren wollten, hat Juwelier Wempe seine weltweit größte Niederlassung eröffnet. Das Lichtdesign lässt nicht nur die Exponate, sondern auch die einzigartige Innenarchitektur brillieren.

Im Untergeschoss geben Laser-Downlights von iGuzzini die phantastische Farbe des als Ellipse verlegten Verde Borgogna ausgezeichnet wieder [Bild: Gerhard D. Wempe KG]

Die Markenauftritte der Hersteller von Luxusuhren gliedern sich bei Wempe München gekonnt in das innenarchitektonische Konzept [Bild: Gerhard D. Wempe KG]

Die Rückwände der Vitrinen sind in gleichmäßiges Licht getaucht. Zusätzlich erfährt die Ware durch Laser Blade-Leuchten mit individuell auf die Warengröße einstellbaren Lichtkegeln gezielte Lichtakzente [Bild: Gerhard D. Wempe KG]

Im Obergeschoss akzentuieren leistungsstarke Richtstrahler mit Spot-Optik das gesamte Treppenauge bis hinunter ins Untergeschoss mit gleichmäßiger Beleuchtung. Die dreh- und schwenkbaren Pixel Pro-Strahler werden auch für die Schaufensterbeleuchtung eingesetzt [Bild: Gerhard D. Wempe KG]

Das Herz aller drei Etagen bildet die zentrale, großzügige, alle Verkaufsebenen verbindende Treppe. Schwenkbare Laser-Downlights umlaufen das Treppenauge kranzförmig auf jeder Etage und inszenieren das warme Holz mit ihrer stimmungsvollen Lichtfarbe [Bild: Gerhard D. Wempe KG]

Laser-Downlights von iGuzzini sorgen für eine Grundbeleuchtung mit hohem Sehkomfort. Einbau-Wallwasher der Leuchtenserie Reflex beleuchten gleichmäßig alle vertikalen Flächen und unterstützen damit die Raumwahrnehmung [Bild: Gerhard D. Wempe KG]

Die diskreten Beratungsbereiche werden von Laser-Downlights erhellt [Bild: Gerhard D. Wempe KG]

Da sämtliche Leuchten in ein DALI-basiertes Lichtsteuerungskonzept mit durch Team Licht programmierte Lichtszenen eingebunden sind, kann Wempe sowohl die Auslagen als auch die Rauminszenierung auf unterschiedlichste Art brillieren lassen [Bild: Gerhard D. Wempe KG]

Nach vollständiger Entkernung der 1863 nach den Plänen Friedrich Bürkleins fertiggestellten Maximilianarkaden wurde auf dem Fundament des ehemaligen Münzgartens ein Neubau mit rückwärtiger Glasfassade errichtet, der die Münchner Niederlassung des Hamburger Familienunternehmens für feine Uhren und Juwelen Wempe, beherbergt.

Mit mehr als 1.300 Quadratmetern ist es der größte und wohl auch der unverwechselbarste der weltweit 34 Standorte. Denn Anna Nicolas, die in Hamburg ein interdisziplinäres Gestaltungsstudio betreibt, hat in Kooperation mit der Architektin Jessica Klatten für das „Maison Wempe“ ein Interieur kreiert, das so eigensinnig wie materialschwelgend ist.

Die Inspiration lieferten der einstige Münzgarten sowie die Historie. König Maximilian II. hatte sich seit seiner Jugend mit Baukultur beschäftigt und war auf der Suche nach einem neuen Stil. In dem Baumeister Friedrich Bürklein hatte er einen kongenialen Mitstreiter gefunden, den er mit dem Entwurf der gesamten Maximilianstraße beauftragte. Die zart und kleinteilig ornamentierten Häuserfronten der nach seinen Ideen ausgeführten Bauten erscheinen freundlich und der Straßenzug besticht in seiner Gesamtheit durch formale Geschlossenheit. An den in rötlich-ockerfarbenem Putz und Terrakotta gehaltenen Fassaden stehen gotisierende Arkaden im Kontrast zu klassizistischen Formen. Erst im 20. Jahrhundert hat sich für diese Spielart des Historismus der Begriff „Maximilianstil“ etabliert. Heute gilt die Maximilianstraße wegen ihrer damals umstrittenen stilistischen Einzigartigkeit als eines der bedeutendsten baulichen Ensembles des 19. Jahrhunderts.

Dieser äußerlichen Einzigartigkeit entspricht das Wempe-Interieur mit seinem individuellen innenarchitektonischen Konzept. Unterschiedlichste edle Natursteine und ebensolche Hölzer liefern die Kulisse für die in Vitrinen präsentierten Auslagen und laden die Besucher auf drei Geschossen zum Flanieren durch den „Garten“ ein, an den die Strukturen und Farben der natürlichen Materialien erinnern sollen.


Purple Boreal, ein russischer Granatamphibolit, schmückt die durch Laser Blade InOut von iGuzzini beleuchtete Eingangspassage, während sich der Eingangsbereich in Ocean Red zeigt. Die Aufzugsbereiche aller Geschosse sind mit italienischem Breccia Dorata, einem Kalkstein mit Klastern, verkleidet. Das gleiche Material kommt an der hauseigenen Bar zum Einsatz. Als Ellipse auf 32 Quadratmetern verlegt, säumt Verde Borgogna im Untergeschoss über alle Etagen sichtbar das imposante Treppenauge. Für die Einbauten, Möbel und Böden wählten die Planerinnen ausgesuchte Furniere aus Teak, Eukalyptus und Nussbaum. Textilbespannte Wände und Teppiche aus handgetufteter Wolle runden die hochwertige Inszenierung konsequent ab.

Zu den entscheidenden Kriterien für das Lichtdesign, das Anna Nicolas und Jessica Klatten gemeinsam mit Hauke Giesecke entwickelten, gehörten Lichtfarben, hohe Farbwiedergabewerte, fein abgestimmte Lichtintensitäten und differenzierte Abstrahlcharakteristika. Zwecks stimmiger Wirkung des Zusammenspiels der einzelnen Komponenten wurden diese in eine intelligente Lichtsteuerung integriert. So können die Mitarbeiter bei Wempe ihre Verkaufsflächen immer wieder in unterschiedlichen Lichtstimmungen zeigen und das Einkaufserlebnis für Kunden neu erlebbar machen. In Anpassung an die Grundrisse formieren sich Laser-Einbauleuchten von iGuzzini, die den Kunden zu Wareninseln und Beratungstischen leiten, zu geschwungenen Linien. Zur Unterstützung der Raumwahrnehmung werden alle vertikalen Flächen konsequent gleichmäßig mit Einbau-Wallwashern der Serie Reflex von iGuzzini beleuchtet.

Das Herz aller drei Etagen bildet die zentrale, großzügige, alle Verkaufsebenen verbindende Treppe, deren Inszenierung in dem Lichtkonzept eine ganz besondere Rolle spielt. Auf jeder Etage wurden – das Treppenauge umlaufend – kranzförmig schwenkbare Downlights geplant. Abweichend von der für Wempe gewählten Standard-Lichtfarbe von 3000 K haben sie eine besonders stimmungsvolle Lichtfarbe (2700 K), um die warmen Holztöne der Treppenstufen besonders schön zu inszenieren. Im ersten Obergeschoss akzentuieren leistungsstarke Richtstrahler mit Spot-Optik zusätzlich das gesamte Treppenauge bis hinunter ins Untergeschoss.

Die nach einem einheitlichen Prinzip geplante Vitrinen-Beleuchtung taucht die Rückwände zugunsten einer Grundhelligkeit in gleichmäßiges Licht. Zusätzlich erfährt die Ware durch Laser Blade-Leuchten mit individuell auf die Warengröße einstellbaren Lichtkegeln gezielte Lichtakzente.

Als „Eintrittskarte“ für den Kunden kommt der Schaufensterbeleuchtung ein besonderer Stellenwert zu. Mit der Vitrinen-Beleuchtung vergleichbar, bot ein ausgewogenes Verhältnis von Grundbeleuchtung und Akzentlicht den elementaren Planungsansatz, der um eine zusätzliche Beleuchtung der Rückwände erweitert wird. Diese können in Anpassung an das jeweils aktuelle Dekorationskonzept sowohl gleichmäßig mit Pixel Pro-Wallwashern oder punktuell mit Laser-Richtstrahlern beleuchtet werden.

Da sämtliche Leuchten in ein DALI-basiertes Lichtsteuerungskonzept mit durch Team Licht programmierte Lichtszenen eingebunden sind, kann Wempe sowohl die Auslagen als auch die Rauminszenierung auf unterschiedlichste Art brillieren lassen. Selbst die Vitrinen-Beleuchtung ist ansteuerbar, damit sie abwechslungsreich wirkt. Hätte es solche Möglichkeiten bereits Mitte des 19. Jahrhunderts gegeben, wären König Maximilian II. und sein Baumeister bestimmt begeisterte Anwender gewesen, um einen eigenen Stil der Beleuchtung zu finden. Eineinhalb Jahrhunderte später haben es Anna Nicolas, Jessica Klatten und Hauke Giesecke bestens umgesetzt.




 
 

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