22. November 2010

LED-Lampen erobern die Lichtkunst

Seit dem 18. November bringen 2.688 LED-Lampen die Carsten Höller Installation Light Wall IV zum Leuchten. Bisher bestand das Kunstwerk aus klassischen Glühlampen, die auf einer Fläche von 3,88 Metern (Höhe) und 14,44 Metern (Breite) angeordnet waren. Doch erst die Umrüstung auf energieeffiziente LEDs ermöglicht es, die imposante Lichtwand an ihrem neuen Standort in Oostende/Belgien für das interessierte Publikum erlebbar zu machen.

Carsten Höller vor LED-Light Wall [Bild: Philips Deutschland GmbH]

Light Wall IV mit LED-Lampen [Bild: Philips Deutschland GmbH]

Mark Vanmoerkerke & Carsten Höller [Bild: Philips Deutschland GmbH]

Hintergrund des Lampenaustauschs ist der hohe Stromverbrauch der ursprünglich verwendeten Glühlampen und die damit verbundenen Kosten sowie notwendige aufwändige Infrastruktur für die Energieversorgung. Aus diesen Gründen war es dem jetzigen Eigner des Werks, der privaten Vanmoerkerke Sammlung im belgischen Oostende, bisher nicht möglich, das Werk zu präsentieren – der erforderliche Starkstromanschluss war schlicht nicht vorhanden. Dank der LED-Lampen konnte der Strombedarf der Lichtwand nun drastisch reduziert werden. Ein weiterer Vorteil des Austauschs ist, dass LEDs praktisch keine Wärmestrahlung aussenden. Die Wärmeemissionen der bisher verwendeten Glühlampen hatten ein längeres Verweilen vor der Installation erschwert.



Doch gerade das ist essentiell, um das Werk wirklich zu erleben. Die Lampen senden nämlich extrem intensives Licht aus, das hier speziell gepulst wird. Selbst wenn der Betrachter vor der Wand stehend die Augen schließt, wird er changierende Farbfelder „sehen“. Philips unterstützt das Projekt mit der Bereitstellung von 2.688 LED-Lampen im Wert von rund 70.000 Euro. Das Kunstwerk wurde am 18. November erstmals in seiner LED-Fassung in Anwesenheit des Künstlers Carsten Höller der Öffentlichkeit vorgestellt.

Mit dem Umstieg auf LED wird überzeugend demonstriert, dass das im vergangenen Jahr eingeläutete Ende der klassischen Glühlampe sicher nicht „das Ende der abendländischen Lichtkultur“ bedeutet, wie von einer Reihe von Verbotskritikern häufig befürchtet wird. Im Gegenteil: Die Umrüstung zeigt, dass mit  LEDs ein adäquater Ersatz für klassische Beleuchtungstechnik gefunden wurde – allerdings deutlich energieeffizienter und langlebiger als die Traditionsbeleuchtung. Dies bestätigen auch der Kunstsammler Mark Vanmoerkerke und der Künstler selbst:

Mark Vanmoerkerke: Ich freue mich riesig, mit der Light Wall IV ein bahnbrechendes Kunstwerk meiner Sammlung hinzufügen und endlich präsentieren zu können. Neben der Stromersparnis unterstreichen die LED-Lampen den innovativen Charakter des Werks und steigern in meinen Augen sogar noch dessen Qualität. Der Lampenaustausch bringt für mich und meine Sammlung damit einen dreifachen Vorteil.

Carsten Höller: Durch den Einsatz der LED-Lampen wird das Erlebnis beim Betrachter noch intensiver. Die Wand entfaltet nun eine noch stärkere halluzinatorische Wirkung und gewinnt dadurch an ästhetischer Wucht. Die Tatsache, dass sie keine Wärme mehr ausstrahlt, ändert nichts an der einmaligen körperlichen Erfahrung beim Betrachten der Light Wall.

LED-Lampen erhalten einmalige ästhetische Erfahrung
Light Wall IV
wurde erstmals 2007 im Rahmen von Carsten Höllers Einzelausstellung One, Some, Many / Deux plus tout.3 Shows by / 3 expos de Carsten Höller in der National Gallery of Canada, Ottawa gezeigt. Die Arbeit ist Teil einer Serie von in sich variablen, mindestens neun Paneele großen Lichtwänden. Durch regelmäßiges Blinken der 2.688 gleichgeschalteten Lampen in einer Frequenz zwischen sieben und zwölf Hertz erzeugt das Kunstwerk im Betrachter eine einzigartige körperliche Erfahrung. Es entstehen erstaunliche Nachbilder, mit denen der Betrachter die Farben Rot, Blau und Grün vollkommen neu erlebt. Um die bisher durch Glühlampen erzielte ästhetische Erfahrung zu erhalten, entschied sich der Künstler für den Einsatz der Philips Master LED in der 6-Watt-Variante. Diese Lampe lässt sich problemlos dimmen und ist so in der Lage, das ursprüngliche Wahrnehmungserlebnis optimal nachzubilden.

Andreas Wente, Vorsitzender der Geschäftsführung Philips Deutschland, erklärt die Beweggründe des Konzerns, den Lampenaustausch zu unterstützen: „Uns ist es ein Anliegen zu zeigen, dass mit der LED-Technik bereits heute ein vollwertiger Ersatz für traditionelle Beleuchtungsmittel zur Verfügung steht und es keinen Grund mehr gibt, den herkömmlichen Leuchtmitteln nachzutrauern. 80 Prozent Energieeinsparung und 50-fache Lampen-Lebensdauer, verbunden mit hoher Lichtqualität – die Argumente liegen eindeutig auf Seiten der LED. Wir freuen uns sehr, dass wir diese – unsere – Botschaft mit Carsten Höllers Installation so beeindruckend darstellen können.“




 
 

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