08. Oktober 2012

Bestechende Zurückhaltung

Mit der neuen ADAC-Zentrale hat München ein weiteres bauliches Wahrzeichen erhalten. Die zurückhaltende Außenraumgestaltung tut ein Übriges, dass die ambitionierte Architektur von Sauerbruch Hutton ihre Wirkung weithin sichtbar voll entfalten kann. Hinter der schlichten Eleganz verbirgt sich allerdings ein hochfunktionales Leit- und Sicherheitskonzept.

[Bild: Hess AG]

[Bild: Hess AG]

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[Bild: Hess AG]

[Bild: Hess AG]

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Die Silhouette des Neubaus an der Hansastraße im Stadtteil Sendling-Westpark wird bestimmt von einem fünfgeschossigen sternförmigen Sockelbau, über dem sich ein Büroturm mit 18 Stockwerken erhebt. Unterstrichen wird die außergewöhnliche Architektur durch das einzigartige Farbspiel der Fassade. Immer andere Kombinationen aus insgesamt 22 verschiedenen Farbtönen rund um die Hausfarbe Gelb verleihen ihr ein plastisches Erscheinungsbild.



Keine Konkurrenz für den Eyecatcher
„Die Gestaltungselemente der Außenanlagen sollten sich der Gebäudegeometrie und Farbigkeit unterordnen und dabei edel anmuten“, umreißt Wolfgang Ritz von Teutsch Ritz Rebmann Landschaftsarchitekten, München, die Vorgabe des Berliner Architekturbüros Sauerbruch Hutton an die Außenraumplanung. Unter dieser Maßgabe fiel die Wahl auf schlichte Materialien und Oberflächen, die durch ihre hochwertige Optik den modernen Charakter der Architektur unterstützen.

Bei der Planung der 16.500 Quadratmeter großen Außenanlagen standen Wegeführung und Beleuchtung im Mittelpunkt. Den rund 2.400 Mitarbeitern bieten sich zwei Zugangsbereiche: Der offizielle Haupteingang mit repräsentativer Vorfahrt, Tiefgarageneinfahrt und separatem Fahrrad- sowie Besucherparkplatz befindet sich auf der Südseite an der Hansastraße. Mindestens ebenso stark frequentiert ist der östliche Zugang, der die Mitarbeiter von der S- und U-Bahn-Station Heimeranplatz direkt zur ADAC-Zentrale führt. Parallel zur Bahnlinie führt ein Weg, der später einmal ein Teilstück eines übergeordneten städtischen Geh- und Radwegenetzes darstellen wird. Derzeit ermöglicht die Wegeerschließung Radfahrern nördlich der Bahnlinie eine schnelle Verbindung zur Fahrradtiefgarage. Seitens der Unteren Naturschutzbehörde bestand die Forderung, längs dieses Abschnitts eine geschotterte Sukzessionsfläche mit lockeren Initialpflanzungen als Lebensraum für Insekten und Amphibien anzulegen.

Der Neubau selbst wird von einem Weg umschlossen, der den Schwung des Gebäudes aufnimmt und unterstreicht. Dieser dient als Feuerwehrzufahrt, teilweise auch der Fuß- und Radwegeerschließung, und ist ansonsten der Gebäudewartung vorbehalten. Die Wegefläche ist in Granitpflaster größtenteils mit Rasenfugen ausgeführt. Die Teilstücke für die Radfahrer sind asphaltiert und mit einer Splittabstreuung versehen, die farblich mit dem Granit korrespondieren.

Die Grünflächen werden von Rasen mit locker verteilten Bäumen bestimmt. „Lediglich entlang der Hansastraße sorgen streng gerasterte Baumpflanzungen für eine gewollte Zäsur“, erklärt Landschaftsarchitekt Ritz, dessen Büro für die Ausführungsplanung und Realisierung verantwortlich war.

„Schlicht, aber edel“, lautete auch die Maxime für die Gestaltung der beiden offenen Innenhöfe. Mit Granitplatten belegt führen sie Belag und Verlegemuster des repräsentativen Foyers nahtlos fort. In Verbindung mit den Glasfassaden verschmelzen Innen und Außen so zu einer optischen Einheit. Die großzügige Empfangshalle ist erste Anlaufstation für Besucher und zugleich zentrale Verteilstelle für alle Mitarbeiter, die über Lifte, Rolltreppen und teilweise über die Innenhöfe zu ihren Büros gelangen. Zur Begrünung wurden Ginkobäume in wiederum lockerer Anordnung über die Innenhöfe verteilt. „Sie harmonieren durch ihre Wuchs- und Blattform mit den amorphen Grundrissen der Innenhöfe und kommen mit der hohen Wärmestrahlung gut klar“, begründet Ritz die Entscheidung für den asiatischen Zierbaum.

Fein abgestimmtes Beleuchtungskonzept
Sehr detaillierte Erwartungen wurden an die Außenbeleuchtung gestellt. Der Anforderungskatalog reichte von der Grund- und Sicherheitsbeleuchtung über die Integration von Überwachungskameras in die Leuchten bis hin zur Akzentuierung der gerundeten Spitzen des Gebäudesockels und der Anstrahlung der Baumkronen in den Innenhöfen. Damit verknüpft waren klare Vorstellungen vom Leuchtendesign: „Es sollte formal mit der Gebäudearchitektur in Einklang stehen und dabei so wenig wie möglich in den Vordergrund treten“, beschreibt Ritz.

Als Partner für die Beleuchtung wählten die Münchner Landschafts-architekten die Hess AG aus, „die durch ihren Anspruch an Design und Technik und das breite Produktportfolio in der Lage ist, ganzheitliche Lösungen auf einem hohen ästhetischen Niveau zu realisieren“, so Ritz.

Die Beleuchtung der Zufahrten, Zugangswege und Parkplätze übernehmen schlanke City Elements. Je nach Beleuchtungsanforderung beträgt die Lichtpunkthöhe 4 oder 8 m. Ausgerüstet mit 70- respektive 100-Watt-HIT-Leuchtmittel und dem effizienten Minireflektor von Hess leuchten sie große Flächen angenehm gleichmäßig und nahezu blendfrei aus. „Dadurch konnten wir Masten einsparen, was den Forderungen der Architekten nach einer reduzierten Außenraumgestaltung sehr entgegen kam“, betont Ritz. An Standorten, für die auch eine Videoüberwachung vorgesehen war – beispielsweise im Bereich des öffentlichen Geh- und Radwegs – wurden die modular aufgebauten Säulenleuchten von Hess zusätzlich mit Kameras ausgestattet.

Zur Beleuchtung der den Sockelbau umschließenden Fahrbahn und anderer weniger genutzter Wege entschieden sich die Planer für Lichtpoller, die bei Tag kaum wahrnehmbar sind. Alle Säulen- und Pollerleuchten sind über eine zweite Fassung an die Notstromversorgung angeschlossen.

Dem Wunsch des Bauherrn, in den Abendstunden lediglich die markanten Rundungen der Sternspitzen herauszumodellieren, entsprach Hess mit Bodeneinbauleuchten vom Typ Teramo. Sie heben die Gebäuderundungen mit ihren asymmetrischen, engstrahlenden Reflektoren gleichmäßig über die gesamte Sockelhöhe von etwa 20 m hervor.

Etwas mehr Eigenständigkeit räumten die verantwortlichen Planer den Leuchten in den Innenhöfen ein. Ihren Vorstellungen entsprachen die Lichtsäulen Vigo von Hess. Quasi zufällig zwischen die Ginko-Bäume eingestreut bereichern sie die Höfe mit ihren eleganten Proportionen und dem formschönen Übergang zwischen Stahlzylinder und der eigentlichen Lichtsäule aus mattiertem PMMA. Bei Dunkelheit begleiten sie die Mitarbeiter mit ihrem weich schimmernden Licht sicher über die Innenhöfe – auch sie sind für Notstrombetrieb ausgerüstet. Die Vigo-Stahlzylinder sind wie die Säulensysteme und Lichtpoller im Grauton der Fassade beschichtet. Reizvoll ergänzt wird die Innenhofbeleuchtung durch Bodeneinbaustrahler der Serie Ravenna. Sie lassen die Baumkronen in den Morgen- und Abendstunden wie leuchtende Dächer erscheinen.

„Die verschiedenen Leuchtentypen wirken wie aus einem Guss“, freut sich Ritz über das Ergebnis. Dass es sich stets um speziell auf die jeweilige Beleuchtungsanforderung zugeschnittene Systeme handle, zeige sich hingegen an der hohen Beleuchtungsqualität und dem vergleichsweise geringen Energiebedarf.




 
 

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