28. September 2011

Konzept „Konfetti“

Das südliche Entrée von Heidelberg hat ein neues Gesicht bekommen. Nach umfassender Neustrukturierung und Sanierung ist aus dem Rohrbacher Markt ein attraktiver und funktionierender Verkehrs- und Stadtteilplatz geworden. Schlanke Lichtsäulen von Hess sorgen nicht nur für eine normgerechte, angenehm gleichmäßige Ausleuchtung der Straßen und Fußgängerbereiche. Sie selbst sind auch Teil des Gestaltungskonzepts.

Die City Elements sorgen für eine normgerechte, angenehm gleichmäßige Ausleuchtung der Straßen und Fußgängerbereiche. Gleichzeitig übernehmen sie die Anstrahlung der Bäume [Bild: Hess AG]

Die auf dem Rohrbacher Markt installierten City Elements sind Teil des Gestaltungskonzepts [Bild: Hess AG]

Der Rohrbacher Markt bildet das Zentrum des gleichnamigen Stadtteils im Süden Heidelbergs. Hier treffen sich sternförmig sechs Straßenzüge, alle Straßenbahn- und Buslinien, wichtige Fahrradweg- und Fußwegeverbindungen. Allein die B3, die das Stadtteilzentrum trennt, passieren täglich über 20.000 Fahrzeuge. Das stetig wachsende Verkehrsaufkommen und der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs setzten dem Rohrbacher Markt schwer zu. Der Platz war als solcher nicht mehr wahrnehmbar und auch funktional am Ende.



Unter Federführung der ap88 Architektenpartnerschaft, Heidelberg, wurde das 3.500 Quadratmeter große Areal neu gestaltet. Ziel der Architekten war es, einen ansprechenden urbanen Raum zu schaffen, der die Trennlinie B3 zu überspielen versteht und leicht überwindbare Querungen bietet. Als verbindendes Gestaltungselement fungiert ein Dach aus Platanen, das im französischen Kastenschnitt gehalten ist und den Platz einmal überspannen soll.

Untergrund gekonnt in das Gestaltungskonzept eingebunden
Um die eigentliche Platzfläche frei für eine Neuordnung zu machen, wurden die auf der östlichen Platzfläche angesiedelten Straßenbahnhaltestellen in den nördlich gelegenen Bereich der Karlsruherstraße verlegt. Die Vielzahl der im Untergrund verlaufenden Leitungen und Kanäle musste jedoch in die Planung eingebunden werden. Aus dieser Vorgabe leitete Architekt Uwe Bellm von ap88 das Gestaltungskonzept ab, das er wie folgt beschreibt: „Wie fallen gelassene Konfetti sollen Bäume und Leuchten, vermeintlich zufällig ihren Platz auf der amorphen, kartoffelförmigen Fläche finden.“ Auf weitere Einbauten wurde weitestgehend verzichtet, damit sich die Verkehrsteilnehmer in alle Richtungen frei bewegen können. Durch die reduzierte Möblierung werden die angrenzenden Gebäude wieder als Raumkanten wirksam, die den räumlichen Zusammenhang des Platzes verstärken.

Berechnete Zufälligkeit
An die Beleuchtungsplanung stellte der „Konfettiduktus“ besondere Anforderungen. „Die zentrale Aufgabenstellung bestand darin, die unregelmäßige Anordnung der Leuchten mit den straffen Normvorgaben an Beleuchtungsstärke und gleichmäßige Lichtverteilung bei Bundesstraßen in Einklang zu bringen“, erklärt Thomas Hollubarsch von Light Design Engineering Belzner Holmes, der die Lichtplanung übernahm. Um der Platzsituation formal gerecht zu werden, präferierte Hollubarsch Leuchten mit richtungslosem Design. Die Wahl fiel in Abstimmung mit dem Tiefbauamt der Stadt Heidelberg, dem Architekten und den Stadtwerken Heidelberg auf die City Elements der Hess AG. Dank des modularen Aufbaus der Lichtsäulen und der großen, von Hess bereitgestellten Auswahl an lichttechnischen Systemen konnten die Leuchten genau nach den Vorgaben der Lichtplaner für die einzelnen Standorte konfiguriert werden.

Zur Grundausleuchtung der Nutzfläche ist in jede Säule ein rotationssymmetrisches Beleuchtungssystem integriert. In Kombination mit einem 70-Watt-HIT-Leuchtmittel gewährleistet es gleichmäßiges, warmweißes Licht von hoher Qualität. „Die von Hess entwickelte Reflektortechnik stellt eine normgerechte Beleuchtung mit relativ wenigen Lichtpunkten sicher und entspricht damit den Bestrebungen der Kommunen nach mehr Energieeffizienz“, weiß Hollubarsch aus den von ihm angestellten lichttechnischen Berechnungen. Diese mussten aufgrund der stark eingeschränkten Positionierungsmöglichkeiten der Leuchten mehrfach überprüft und optimiert werden.

Eine Lichtsäule übernimmt verschiedene Beleuchtungsfunktionen
Normen und Energieeffizienz bestimmten das Beleuchtungskonzept nicht allein. Durch Akzentbeleuchtung sollte der stark frequentierte Rohrbacher Markt in der Dunkelheit noch weiter an Aufenthaltsqualität und Atmosphäre gewinnen. So verfügen die Lichtsäulen im Umfeld der frisch gepflanzten Platanen zusätzlich über ein bis drei integrierte Strahler, bestückt mit 35-Watt-HIT-Lampen und unterschiedlichen Ausstrahloptiken abhängig von der Entfernung der Bäume. Diese lassen das grüne Dach als verbindendes Element in der Dunkelheit leuchten. „Den letzten Feinschliff brachte die Einleuchtphase, in der die Ausrichtung einiger Strahler noch leicht modifiziert wurde“, erklärt Lichtplaner Hollubarsch.

Für den ebenfalls leuchtenden Abschluss jeder Säule sorgen 9-Watt-Kompaktstoffleuchten. Mit blau schimmerndem Licht, das durch den mit Farbfolie beschichteten kreisrunden Lichtaustritt fällt, unterstützen sie die Orientierung – vor allem aber stärken sie die Identität des Platzes. Bei dem Abschlusselement handelt es sich um eine Sonderlösung. Hierbei wurde das 90 cm hohe Standardmodul um 20 cm verlängert, um das Orientierungslicht über dem rotationssymmetrisches Beleuchtungssystem zur Platz- und Straßenbeleuchtung integrieren zu können.




 
 

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