22. Juli 2011

Hohes Sparpotenzial

Rund 840 Millionen Euro geben die deutschen Städte und Gemeinden jedes Jahr für die Beleuchtung ihrer Straßen aus. Dass hier ein gewaltiges Sparpotenzial schlummert, haben viele Stadtkämmerer längst erkannt. Doch es ist nicht leicht, an diesem Posten im städtischen Haushalt zu sparen. Schließlich ist eine ausreichende Beleuchtung der Straßen aus Sicherheitsgründen unerlässlich und muss auch zu nachtschlafender Zeit, zu der kaum jemand auf der Straße ist, gewährleistet sein.

Der Nonnenstieg in Göttingen vor der Umstellung [Bild: Philips Deutschland GmbH]

Der Nonnenstieg in Göttingen nach der Umstellung [Bild: Philips Deutschland GmbH]

Philips LumiMotion Sensor [Bild: Philips Deutschland GmbH]

Der Ersatz der derzeit genutzten Leuchten, die zu einem beträchtlichen Teil noch aus den 60er- und 70er-Jahren stammen, durch moderne, energiesparende Modelle ist ein lohnenswerter Ansatz, der nun durch die Ergänzung einer entscheidenden technischen Weiterentwicklung in neue Dimensionen vorstößt.



Im Rahmen eines Pilotprojektes setzt Göttingen als erste deutsche Stadt eine von Philips entwickelte sensorgesteuerte Straßenbeleuchtung ein. Dazu wurden in der Straße Nonnenstieg in Zusammenarbeit mit der E.ON Mitte AG 15 veraltete Pilzleuchten mit Quecksilberdampflampen und einer Anschlussleistung von rund 150 Watt je Leuchte gegen die gleiche Anzahl modernster Philips CitySpirit LED-Leuchten mit einer Leistung von je 31 Watt ausgetauscht. In diesem Rahmen hat der Energieversorger E.ON nicht nur die Installation, sondern unter anderem auch die Erfassung und Auswertung der Betriebsdaten der Pilotanlage übernommen.

Bedarfsgerechte Steuerung
Verspricht schon der Einsatz energiesparender Leuchten einen nennenswerten Sparef-fekt, so liegt der wahre Clou der Anlage in einer neuartigen Lichtsteuerung namens LumiMotion, die die Leuchten steuert und untereinander vernetzt. Sie sind mit intelligenten Sensoren ausgestattet, die es ermöglichen, ihre Leistung immer dann bis auf 20 Prozent, das entspricht einer Leistungsaufnahme von etwa acht Watt, herunter zu dimmen, wenn sich ohnehin niemand in der Nähe befindet.

Sobald jedoch ein Auto, Radfahrer oder Fußgänger in das Erfassungsfeld einer der Sensoren an den Leuchten gelangt, wird diese auf ihre volle Leistung hochgefahren. Und damit nicht genug: Da die Leuchtensensoren drahtlos miteinander vernetzt sind, werden per Funk die beiden benachbarten Leuchten ebenfalls automatisch hochgeregelt. Der Verkehrsteilnehmer bewegt sich wie auf einem vorauseilenden Teppich aus Licht, der nur dort für die volle Beleuchtungsstärke bietet, wo sie tatsächlich gebraucht wird. Die Software des Systems stellt sicher, dass die Leuchtenregelung rechtzeitig, jedoch nicht zu plötzlich oder sprunghaft erfolgt, sondern das übergangslose Auf- und Abblenden als angenehm empfunden wird.

Wird anschließend länger als eine Minute kein Fußgänger, Radfahrer oder Autofahrer von den Sensoren der Leuchte erfasst, wird die elektrische Leistungsaufnahme wieder auf 20 Prozent abgesenkt. Trotz der Leistungsreduktion erscheint die Straße dank der guten weißen Lichtqualität der LED-Leuchten immer noch relativ hell und ist ausrei-chend beleuchtet, um Verkehrsteilnehmern eine gute Orientierung in die Ferne zu er-lauben. Durch die Erkennungssoftware der Sensoren wird gewährleistet, dass Bewegungen von Vögeln oder anderen Kleintieren nicht zu einem ungewollten Hochfahren der Lichtstärke führen.

In der Kombination der LumiMotion-Lichtsteuerung mit dem Leuchtenaustausch, bei dem eine stark veraltete Technik ersetzt wurde, beträgt die Gesamteinsparung an Energie nach Einschätzung von Fachleuten über 80 Prozent. Lag der Verbrauch auf dem entsprechenden Straßenstück bei 15 Lichtpunkten und 4.000 Brennstunden im Jahr bislang bei etwa 5.400 Kilowattstunden (kWh) so sinkt er künftig auf jährlich nur noch etwa 960 kWh. Das entspricht einer Reduzierung des CO2-Ausstoßes um etwa 2.500 Kilogramm pro Jahr.

Die Vorteile der LumiMotion-Lichtsteuerung reichen jedoch noch über die geringeren Betriebskosten hinaus. Denn ein über längere Phasen niedrigeres Beleuchtungsniveau bedeutet gleichzeitig einen entscheidenden Beitrag zur Reduktion der Umweltauswirkungen von künstlicher Beleuchtung im Außenraum, der sogenannten Lichtverschmutzung. Deren Verminderung um bis zu 50 Prozent bedeutet, dass Vögel und nachtaktive Tiere in ihrem Lebensraum mit weit weniger Beeinträchtigung leben müssen als beim herkömmlichen nächtlichen Beleuchtungsniveau der Städte.

Das intelligente Steuerungssystem LumiMotion ist nicht auf die Verwendung eines bestimmten Leuchtentyps beschränkt. Alle dimmbaren Philips LED-Außenleuchten wie CitySoul LEDGINE, Koffer² Fortimo oder CitySpirit sind für dieses energiesparende Konzept geeignet, denn sie lassen sich sehr leicht und schnell dimmen, ein- und ausschalten, ohne dass dabei negative Effekte wie zum Beispiel eine Farbverschiebung auftreten würden. Gerade hier zeigen sie ihre große Überlegenheit gegenüber Hochdruckent-ladungslampen, die sich nur unter deutlichem Verlust bei der Beleuchtungsqualität dimmen lassen.

So weist die Kombination von LED-Leuchten und moderner Lichtsteuerung, wie sie im Göttinger Pilotprojekt zum Einsatz kommt, in eine vielversprechende Richtung zukünftiger Stadtbeleuchtung, von der alle Beteiligten profitieren. Die Städte reduzieren Betriebs- und Wartungskosten, Energieversorger profitieren von einer Netzentlastung, die Bürger freuen sich über ein attraktives Ambiente, ohne deshalb auf die gewünschte Sicherheit auf den Straßen verzichten zu müssen. Und auch die Natur wird weniger beeinträchtigt.

Das Projekt, mit dem die Stadt Göttingen am Bundeswettbewerb "Energieeffiziente Stadtbeleuchtung" teilgenommen hat, wurde im Juni 2009 in der Rubrik "Großstädte mit 100.000 bis 500.000 Einwohner" mit dem 3. Platz ausgezeichnet. Im Rahmen des Bundeswettbewerbs werden die neuen Leuchten auch messtechnisch betrachtet, wobei belastbare Erfahrungen mit der neuartigen Möglichkeit, Straßen intelligent zu beleuchten, gesammelt werden. Die Stadt Göttingen erwartet aus dem Projekt konkrete Erkenntnisse, unter welchen Rahmenbedingungen sich der Einsatz der neuen Technik lohnt.




 
 

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