17. Juni 2011

Wiederentdeckung eines „Klassikers“

Seit vorigem Jahr betreibt Licht im Raum in seinen Geschäftsräumen in der Düsseldorfer Innenstadt den „Designer’s Room“. In der Sammlung zeigt Geschäftsführer Daniel Klages Prototypen, Klassiker und Originalobjekte aus dem Bereich des Lichtdesigns. In der neuesten Show, die am 2. Juli beginnt, widmet sich Daniel Klages nun einem vergessenen Meister der Siebziger Jahre: Vico Magistretti.

[Bild: Oluce s.r.l.]

[Bild: Oluce s.r.l.]

[Bild: Oluce s.r.l.]

[Bild: Oluce s.r.l.]

[Bild: Oluce s.r.l.]

[Bild: Oluce s.r.l.]

Die Leuchten heißen „Eclisse“, „Mezzachimera“ oder „Atollo“, sind Ikonen des Lichtdesigns der Siebziger Jahre und vielen bekannt. Weniger bekannt hingegen ist ihr Schöpfer, der italienische Designer Vico Magistretti (1920 – 2006), der ein überaus umfangreiches Lebenswerk hinterließ. Diese Tatsache will Daniel Klages nun mit der neuesten Ausstellung in der Galerie „Designer’s Room“ bei Licht im Raum in Düsseldorf ändern. Von 2. Juli bis 31. August sind dort verschiedene Originale und noch heute im Handel befindliche Lichtobjekte des italienischen Architekten und Designers zu sehen.



Vico Magistretti – Verfechter des Kunststoff
Daniel Klages, Geschäftsführer bei Licht im Raum und Organisator der Ausstellung: „Zu seiner Zeit wurde Magistretti in einem Atemzug genannt mit Ettore Sottsass oder Allesandro Mendini. Heute hingegen ist der vor fünf Jahren verstorbene Designer ein wenig in Vergessenheit geraten. Dabei werden viele seiner Entwürfe nach wie vor produziert.“

Vico Magistretti wurde 1920 in Mailand geboren und studierte dort von 1940 bis 1945 Architektur. 1946 trat er als Architekt und Designer in das Büro seines Vaters ein. Neben seinen architektonischen Arbeiten machte er von Anfang an auch durch seine Entwürfe von Möbeln, Leuchten und Keramiken von sich Reden. Bereits 1948 nahm er an der Mailänder Triennale teil. Die Liste der Hersteller, für die er exklusive Entwürfe anfertigte, liest sich wie das Who-is-Who der internationalen Designelite: Allessi, Cassina, Kartell, Knoll-International, Oluce oder Rosenthal sind nur einige wenige. Magistretti gehörte zur neuen Generation der Designer nach dem Krieg in Italien, die die neugewonnene Freiheit auch in einer neue Formensprache ummünzten. Sein besonderes Verdienst ist die Befreiung des Kunststoffs vom Image des „Billigmaterials“. Magistretti verstand frühzeitig, welche Gestaltungsmöglichkeiten das Material bot und machte sich daran, diese in seinen Designs umzusetzen.

1967 erlangte Magistretti so zum ersten Mal internationale Aufmerksamkeit durch den Entwurf des legendären Kunststoffstuhls „Selene“, der Designgeschichte schrieb: preiswert, stapelbar und formschön.

Magistretti machte sich auch als Gestalter formschöner Lampen einen Namen. Zu seinen berühmtesten Schöpfungen zählt das Modell „Atollo“, dessen Lampenschirm scheinbar über dem Fuß der Lampe zu schweben scheint, oder die Stehlampe „Chimera“ mit ihren fließenden Formen. Doch auch simple aber für die sechziger Jahre typische runde Entwürfe wie „Eclisse“ und „Teti“ entstammen dem Atelier des Meisters.

Vico Magistretti erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter zwei Mal den begehrten italienischen Designoscar „Compasso d’Oro“. Für die Qualität seiner Formgebung spricht auch die Tatsache, dass das New Yorker MoMa einige seiner Werke in die aktuelle Sammlung aufgenommen hat. 




 
 

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