25. November 2015

Herausragende Lage in Hamburg, lebendig beleuchtet

An prominenter Stelle hat Hamburg eine neue Hafenpromenade bekommen: Die Hochwasserschutzanlage Binnenhafen/Niederhafen zwischen St. Pauli Landungsbrücken und der Speicherstadt. Die prägnante Architektur aus dem Büro Zaha Hadid wird nachts von Licht zum Leben erweckt – gestaltet vom Planungsbüro Schlotfeldt Licht, technisch gelöst mit LED-Technik von Selux.

Die Lichtplanung der Hochwasserschutzanlage mit Promenade und Treppenanlagen ordnet sich klar der architektonischen Strenge des Baukörpers unter [Bild: Martin Zitzlaff]

Die Masten sind mit Lichtpunktabständen von 18 bis 40m und einer Lichtpunkthöhe von 6,5 bzw. 8,5m jeweils den Treppenanlagen zugeordnet [Bild: Martin Zitzlaff]

Die Treppenanlagen werden durch gerichtetes Licht hervorgehoben, während die obere Promenade zurückhaltend beleuchtet wird [Bild: Martin Zitzlaff]

Mit der außergewöhnlichen Architektur der exponierten Treppenanlagen bietet die Promenade eine hohe Aufenthaltsqualität [Bild: Martin Zitzlaff]

Die Masten stehen schräg um rund 15° zu den Treppenanlagen geneigt [Bild: Martin Zitzlaff]

Hamburg erneuert schrittweise seine Hochwasserschutzanlagen am Hafen. Dadurch ergeben sich städtebauliche Chancen an Orten, die für das Stadtbild prägend sind – zum Beispiel an der Hochwasserschutzanlage Binnenhafen/Niederhafen. Hier verläuft eine der wichtigsten Hafenpromenaden Hamburgs als Verbindung von den St. Pauli Landungsbrücken zu den historischen, erst jüngst in die Liste des UNESCO Welterbes aufgenommenen Hafenbauten der Speicherstadt. Der Bauabschnitt beginnt in Höhe Baumwall in unmittelbarer Nähe der Elbphilharmonie.



Um diese besonderen städtebaulichen Anforderungen zu erfüllen, wurde ein Wettbewerb ausgeschrieben, aus dem der Entwurf des renommierten Londoner Büros Zaha Hadid Architects als Sieger hervorging. Mit der außergewöhnlichen Architektur der exponierten Treppenanlagen, die sich jeweils in unterschiedlichen Dimensionen der Promenade anschließen, bietet dieser Entwurf neben der ästhetischen Anmutung eine hohe Aufenthaltsqualität. Damit auch Lichtwirkung und Atmosphäre diesen hohen architektonischen Ansprüchen gerecht werden, schlug Schlotfeldt Licht eine Beleuchtungslösung vor, die nicht auf Standardleuchten beruht.

Die Lichtplanung der Hochwasserschutzanlage mit Promenade und Treppenanlagen ordnet sich klar der architektonischen Strenge des Baukörpers unter. Die Treppenanlagen, deren Anmutung von Ausspülungen im Sand inspiriert ist, werden durch gerichtetes Licht hervorgehoben, während die obere Promenade zurückhaltend beleuchtet wird.

Zur Realisierung der Beleuchtung arbeiteten die Lichtplaner eng mit allen Beteiligten, dem Auftraggeber LSBG, der BSU, Vattenfall (jetzt Hamburg Verkehrsanlagen) und Selux zusammen. „Die technische Unterstützung, die wir von Selux erhalten haben, hat maßgeblich zur erfolgreichen Fertigstellung dieses außergewöhnlichen Projekts beigetragen“, fasst Volker Augener vom LSBG zusammen.

Nach den Spezifikationen mit Design von Schlotfeldt Licht hat Selux eine projektspezifische LED-Mastleuchte entwickelt. Die Masten sind mit Lichtpunktabständen von 18 bis 40m und einer Lichtpunkthöhe von 6,5 bzw. 8,5m jeweils den Treppenanlagen zugeordnet und stehen schräg um rund 15° zu ihnen geneigt. Die Masten an einer Treppenanlage haben jeweils einheitliche Höhen. Jeder Mast trägt sechs schwenkbare LED-Leuchtenköpfe, davon drei mit einer Batwing-Lichtverteilung und drei mit einer Flood-Optik: So lassen sich verschiedene Flächen, Formen und Distanzen differenziert ausleuchten. Jeder LED-Leuchtenkopf verfügt über einen eigenen, DALI-fähigen Treiber – es besteht somit die Option, zukünftig mit einer entsprechenden Steuerung unterschiedlichste Lichtszenarien zu programmieren.

Die sehr kompakten Leuchtenköpfe sind eingelassen in Vertiefungen der Masten montiert. Zum oberen Ende verjüngen sich die Masten organisch, ihre Oberfläche korrespondiert farblich mit dem dunklen Bodenbelag. Die weitere Detaillierung der Formensprache der Lichtmasten orientierte sich an maritimen Assoziationen wie Schiffsmaste, Kräne oder Schilfhalme.

Die wechselseitigen Einschnitte der Treppenanlagen in die Promenade erinnern an kleine Amphitheater. „Gleichmäßige Beleuchtung hätte eine Stadienwirkung erzielt – dies galt es im Interesse der Aufenthaltsqualität zu vermeiden“, erläutert Lichtplaner Tom Schlotfeldt. Deshalb wurden die Lichtmasten so angeordnet, dass helle und dunklere Zonen entstehen. Im ersten Abschnitt Baumwall sind die Mastleuchten bereits installiert und die Leuchtenköpfe vorläufig ausgerichtet.

„Die bisherige Resonanz sowohl der Hamburger als auch der Touristen ist überaus positiv: Die Promenade wird als Aufenthaltsmöglichkeit mit Sitzplätzen angenommen, nach erster Einschätzung sogar über die Erwartungen hinaus“, berichtet Tom Schlotfeldt. Dies hängt zweifellos auch mit der Lichtatmosphäre und der hochwertigen technischen Umsetzung zusammen – die Projektbeteiligten sind mit dem Ergebnis jedenfalls sehr zufrieden.




 
 

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