16. Februar 2017

Pointiertes Akzentlicht als Leitsystem

„Kein Bier ohne Alster“ im Museum für Hamburgische Geschichte - Das traditionsreiche Hamburger Museum für Stadtgeschichte feiert die Brauereikultur in Norddeutschland mit einer Sonderausstellung. Den Ausstellungsmachern ist es gelungen, die vielfältigen Exponate zu diesem kulturhistorischen Thema überraschend, unterhaltsam und übersichtlich in Szene zu setzen – mit einem Leitsystem aus markanten Grafiken und pointiertem Akzentlicht von ERCO.

[Bild: Sebastian Mayer, Berlin]

[Bild: Sebastian Mayer, Berlin]

[Bild: Sebastian Mayer, Berlin]

[Bild: Sebastian Mayer, Berlin]

[Bild: Sebastian Mayer, Berlin]

LightBoard [Bild: ERCO GmbH]

Anlässlich des 500jährigen Jubiläums des deutschen Reinheitsgebots thematisiert die aktuelle Sonderausstellung „Kein Bier ohne Alster“ die Brauereitradition mit dem Fokus auf Norddeutschland. Auf nur 620 qm spannt die Schau den Bogen von der Brauereikultur im alten Ägypten über das Mittelalter bis heute – mit rund 400 heterogenen Exponaten.



Dieser inhaltlichen und formalen Vielfalt auf kleinem Raum Herr zu werden – darin lag die größte Herausforderung im Ausstellungsdesign. Um die Inhalte klar zu gliedern und die Besucher durch die Schau zu lenken, hat das Hamburger Designstudio IIID brand communication ein Leitsystem aus nur zwei Designelementen entwickelt: Zum einen führen markante gelbe Linien über den Boden und die Wände hinauf zu den Ausstellungstexten. Zum anderen strukturieren diese “Bierpfade“ 11 lose chronologisch gegliederte Themenkomplexe: etwa „Fass und Fassmacher“, „Kneipen und Trinkhallen“ oder „Das Brauhaus der Hanse". Das zweite wesentliche Gestaltungselement ist die kontrastreich akzentuierende Beleuchtung mit nur einer einzigen Leuchtenfamilie, den kompakten Light Board Strahlern von ERCO. Durch verschiedene präzise, streulichtfreie Akzente schafft das Licht Orientierung im Raum, leitet den Besucher und hierarchisiert Exponate.

Struktur durch sechs Lichtverteilungen
Mit dem beinahe kompletten Set von ERCO Spherolitlinsen – von der Lichtverteilung narrow spot über spot, flood und oval flood bis hin zu wallwash – werden Exponate und Objektensembles individuell in Szene gesetzt: Während die engen narrow spot Lichtkegel filigrane historische Zeichnungen an der dunklen Wand pointiert in Szene setzen, bietet die breite Lichtverteilung flood die perfekte Bühne für ein knallrotes historisches Auslieferungsfahrzeug für Bier. Die Lichtverteilung spot wiederum sorgt für eine gleichmäßige Beleuchtung der Ausstellungstexte und größerer Kunstwerke. Strahler mit linearer Lichtverteilung unterstreichen effizient die gelben Leitlinien, eine Art abstrahierte Bierleitungen. An den Wänden am Eingang rahmen sie die großformatigen Zitate. Und damit auch der hintere Ausstellungsbereich Beachtung findet, ist die Wand am Ende des Raumes gleichmäßig mit wallwash geflutet.

Den Gesetzen der Wahrnehmungspsychologie folgend, wird der Raum durch Licht gestaffelt, Informationen werden durch verschiedene Beleuchtungsniveaus visuell strukturiert und hierarchisiert. „Das wahrnehmungsorientierte Lichtkonzept ist wesentlicher Bestandteil des Ausstellungsdesigns.“ sagt Oliver Thomas, einer der beiden Gründer von IIID brand communication.„Bei der Entwicklung dieser Ausstellung haben wir realisiert, dass die Strahler mit ihren wechselbaren Linsen praktische Werkzeuge sind, mit denen sich Räume flexibel gestalten lassen und die noch beim Aufbau justierbar sind.“

Optimales Licht für anspruchsvolle Objekte
Trotz des insgesamt geringen Beleuchtungsniveaus sind auch konservatorisch anspruchsvolle Objekte wie Stillleben in Öl brillant und mit hervorragender Farbwiedergabe in Szene gesetzt. Durch das weitgehend UV- und infrarotfreie Licht der ERCO Lichtwerkzeuge lässt sich der schädigende Einfluss photochemischer und thermodynamischer Prozesse minimieren, die Materialien und Farben angreifen. Für eine objektschonende und zugleich angenehme Beleuchtung wählten die Planer Light Board Strahler mit 12W und warmweißem Licht aus. Die Strahler für besonders lichtempfindliche Grafiken, die nur 50 Lux ausgesetzt werden dürfen, sind mit nur 4W Anschlussleistung ausgestattet, um die wertvollen Objekte mit dem minimal notwendigen Akzentlicht pointiert präsentieren zu können.
Das große öffentliche Interesse an der Sonderschau beweist, dass Kulturinstitutionen mit einfachen Mitteln und modernen Konzepten auch für außergewöhnliche Ausstellungsthemen Aufmerksamkeit gewinnen können.




 
 

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