24. Oktober 2012

Kunstlicht je nach Bedarf

Die neue Galerie Kassel präsentiert sich nach fünfjähriger Sanierung mit offenen Räumen und viel natürlichem Licht. In die Oberlichter der Ausstellungsräume wurden Tageslichtsysteme der Osram Tochter Siteco integriert. Sie erlauben es, die Vorzüge des natürlichen Lichts in der Galerie zu nutzen und gleichzeitig den konservatorischen Anforderungen der Exponate gerecht zu werden. Je nach Intensität des Tageslichts kann eine Kunstlichtbeleuchtung mit Siteco Lichtbändern stufenlos zugeschaltet werden.

Die neue Galerie Kassel zeit sich nach der Modernisierung auf größerer Fläche und in neuem Licht [Bild: Werner Huthmacher Photography, Berlin]

In den großzügigen Oberlichtsälen kommen Siteco Tageslichtsysteme zum Einsatz [Bild: Werner Huthmacher Photography, Berlin]

Dem stationären Prismensystem gelingt es, die Vorzüge des natürlichen Lichts zu nutzen und gleichzeitig die Exponate vor schädigenden Sonnenstrahlen zu schützen [Bild: Werner Huthmacher Photography, Berlin]

[Bild: Werner Huthmacher Photography, Berlin]

[Bild: Werner Huthmacher Photography, Berlin]

[Bild: Werner Huthmacher Photography, Berlin]

Nach einer umfassenden Sanierung und Umgestaltung der Ausstellungsräume durch die Berliner Büros Staab Architekten und die Lichtplaner von Licht Kunst Licht (LKL) ist die Neue Galerie seit einiger Zeit wieder für Besucher geöffnet. Die aufgebesserte Sandstein-Fassade ist noch die alte, aber im Inneren ist die Neue Galerie ganz modern: offene Räume und ein großzügiger natürlicher Lichteinfall schaffen ein neues Raumgefühl.



Zu den Höhepunkten der Neuen Galerie gehört zweifelsohne die Loggia im Obergeschoss. Hier bieten neue große Fenster einen atemberaubenden Blick über die Karlsauen. Diese Helligkeit und Transparenz nach Außen findet der Besucher auch in den Ausstellungsräumen wieder.

Großzügige Oberlichtsäle
Durch das Glasdach der Oberlichtsäle im ersten Stock fällt viel natürliches Licht. Tageslicht bringt eine hohe visuelle Qualität mit sich, zum Beispiel hinsichtlich Farbwiedergabe, Dynamik und Informationsgehalt. Andererseits gilt es, den solaren Wärmeintrag des natürlichen Lichts zu begrenzen, Blendeinwirkungen zu vermeiden und die Exponate im Museum vor schädlichen Lichtstrahlen zu schützen.

Um den Spagat zwischen hohem Tageslichtanteil und den konservatorischen Anforderungen eines Museums zu lösen, integrierten die Planer von LKL im Scheibenzwischenraum der Wärmeschutzverglasung ein hochwirksames, prismatisches Tageslichtsystem von Siteco.

Tageslichtsystem erfüllt konservatorische Anforderungen
Das einlagige stationäre Prismensystem reflektiert das warme, direkte Sonnenlicht und verhindert somit eine Beeinträchtigung des Raumklimas. Gleichzeitig lenkt es nur das intensive Zenitlicht und das aus den übrigen Richtungen auftreffende kühle, diffuse Tageslicht wirkungsvoll in den Innenraum und sorgt dadurch für optimale Sehbedingungen. Die Sonnenschutzwirkung beruht auf dem richtungsabhängigen Reflexions- und Transmissionsverhalten des Systems, das einen definierten Sperr- und Durchlassbereich aufweist. Das Prismensystem wurde entsprechend den baulichen und geografischen Gegebenheiten optimal auf die Sonnenbahnen ausgerichtet.

„Eine Prämisse bei der Planung der Lichtdecken für die fünf Oberlichtsäle im ersten Geschoss lautete, das natürliche Licht nicht auf einen völlig statischen, leblosen Level zu regulieren, sondern seine Dynamik im Innenbereich erlebbar zu machen“ erläutert Prof. Andreas Schulz von LKL. „Durch die geschickte Auswahl und Kombination von Entblendungs-, Verdunklungs- und Streuvorrichtungen kann der Galeriebesucher durch den Deckenaufbau hindurch schemenhaft den Himmel und vorbeiziehende Wolken ahnen“.

Kunstlicht je nach Bedarf
Ergänzt wird das Tageslichtkonzept durch zweilampige Siteco Lichtbänder, die oberhalb der raumseitigen Glasdecke angebracht sind und bei Bedarf eingeschaltet werden können. Reicht das Tageslichtangebot nicht aus, kann Kunstlicht stufenlos per zentraler Lichtsteuerung hinzugeregelt werden.
Die extra breitstrahlenden Reflektoren der Lichtbänder sorgen für eine Überlagerung der Lichtkegel wodurch eine gleichmäßige Ausleuchtung des Raumes und der Wände erzielt wird.

Zusätzlich sind in die Lichtdecke Auslasspunkte für Strahler integriert, die je nach Ausstellungskonzeption einzelne Exponate hervorheben können. Um Ablagerungen auf dem diffusen Deckenmaterial zu vermeiden wurden die Lichtbänder mit einer transparenten Staubschutzabdeckung versehen.

„Mit der großen Lichthaltigkeit der Räume haben wir viel gewonnen“ lobt Museumsleiterin Marianne Heinz im Interview mit dem Hessischen Rundfunk die neue Raumatmosphäre. Rund 25 Millionen Euro nahm das Land Hessen in die Hand, um die auf der „Schönen Aussicht“ gelegene Neue Galerie zu sanieren. Sie zeigt hochkarätige Sammlung aus Malereien, Skulpturen und neuen Medien vom 19. bis ins 21. Jahrhundert und war auch in diesem Sommer wieder Schauplatz der documenta.




 
 

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