01. Juli 2009

Projekt des Monats
Juli 2009

Die gläserne Automanufaktur in Dresden

Klimawandel, der schonende Umgang mit unseren Ressourcen und der sparsame Umgang mit Energie - diese Themen gehen auch an den Autoherstellern nicht spurlos vorbei. Das Büro Peter Andres Lichtplanung wurde deshalb von der Gläsernen Manufaktur Dresden beauftragt, durch eine Optimierung der Beleuchtungsanlage wesentliche Einsparungen zu erreichen. So wurde ein innovatives Reflektorkonzept erdacht und eine herstellerneutrale Ausschreibung verfasst, aus der die Fa. Interferenz als Sieger hervorging.

[Bild: Interferenz Lichtsysteme GmbH]

[Bild: Interferenz Lichtsysteme GmbH]

[Bild: Interferenz Lichtsysteme GmbH]

[Bild: Interferenz Lichtsysteme GmbH]

[Bild: Interferenz Lichtsysteme GmbH]

[Bild: Interferenz Lichtsysteme GmbH]

Das Konzept mit insgesamt 845 neuen Lichtwerfern wurde bei Volkswagen in Dresden in nur 2 Monaten erfolgreich umgesetzt. Nach der offiziellen Inbetriebnahme im Februar 2009 wurde die Effizienz der neuen Lichttechnik nun im März 2009 überprüft und gemessen.

Die Messungen zeigen, dass trotz einer Mehr-Beleuchtungsstärke von über 20% eine Energieeinsparung von 40% erzielt wird. Wenn man die erhöhten Lichtwerte mit einrechnet, beträgt die Einsparung sogar 49% pro Jahr! Konkret: Der Austausch der früheren Leuchten gegen die neuen Lichtwerfer führt nach jüngsten Berechnungen zu einer Energieeinsparung im Produktionsbereich von 1,48 Millionen Kilowattstunden jährlich. "Diese Energieeinsparung hat zur Folge, dass die Co²-Emissionen in der Gläsernen Manufaktur pro Jahr um rund 382 Tonnen reduziert werden. Auch der Quecksilberverbrauch wird durch die verbesserten Lampen im Jahr um 36 Kilogramm reduziert", so Professor Peter Andres aus Hamburg. Dies zeige, dass die Autoproduktion sehr umweltschonend sein könne und dass die Autoindustrie inzwischen sehr sensibel mit dem Thema Energieverbrauch umgehe.


Um jedoch bei Spiegelwerfer-Systemen in so einer Größenordnung Energie einsparen zu können, müssen die eingesetzten Lichtwerfer exakt berechnet und optimal dimensioniert werden. "Auf Basis der lichttechnischen Vorgaben für die Gläserne Manufaktur haben wir die optimale Werfergeometrie unter Einbeziehung aller relevanten Parameter berechnet. Das heißt, wir haben den Abstand zwischen den Lichtwerfern und den Umlenkspiegeln ermittelt und hierfür dann auch den optimalen Lichtwerfer berechnen können", berichtet Interferenz-Geschäftsführer Markus Korsch.

Die Interferenz GmbH entwickelt seit über 30 Jahren Spiegelwerfer-Systeme für industrielle Anwendungen. Im Mittelpunkt jedes Projekts steht immer eine exakte Berechnung und Dimensionierung. Alle relevanten Faktoren sind in Abhängigkeit von den konkreten Anforderungen des jeweiligen Projekts zu ermitteln. Deshalb fallen die Ergebnisse auch oft ganz unterschiedlich aus. So haben z.B. Lichtwerfer mit kleinem Fokus (Brennpunkt) zwar einen hohen Wirkungsgrad, sie streuen aber dafür sehr stark das Licht. Diese Variante ist gut geeignet, wenn der Abstand zwischen Lichtwerfer und Umlenkspiegel gering ist.

Dagegen bündeln Lichtwerfer mit großem Fokus das Licht sehr stark, hier ist aber der Gesamtwirkungsgrad des Werfers eher niedrig. Diese Variante kommt zum Tragen, wenn der Abstand zwischen dem Licht- werfer und dem Umlenkspiegel größer ist.

"Die Kunst bei Spiegelwerfer-Projekten besteht also darin, den Lichtwerfer so zu berechnen, dass die größtmögliche Lichtmenge auf den Umlenkspiegel gelangt. Werfer ist eben nicht gleich Werfer, auch wenn man auf den ersten Blick den Unterschied nicht sofort erkennen kann.", so Korsch weiter.

Genau diese "Gradwanderung" ist bei der Gläsernen Manufaktur in Dresden gelungen! So wurden die alten 400 Watt HQI-Werfer durch neu entwickelte 250 Watt HCI-Doppelparabelwerfer ersetzt. Und trotz der 40%igen Energieeinsparung konnte die Lichtstärke im Produktionsbereich der Gläsernen Manufaktur weiter erhöht werden.

"Die Beleuchtungsstärke auf dem Montageband liegt jetzt im Durchschnitt bei 846 Lux, in Spitzenbereichen sogar bei über 1.100 Lux. Unsere neue Lichttechnik erfüllt somit die hohen Beleuchtungsanforderungen für die Montage von neuen Autos und führt darüber hinaus auch noch zu deutlichen Energieeinsparungen", sagt Interferenz-Geschäftsführer Markus Korsch zufrieden.

Das Tönisvorster Unternehmen ist ein anerkannter Spezialist für Kunst- und Tageslichtlösungen. Mit Projekten wie der Beleuchtung des "Neuen Museum in Berlin" und der Beleuchtung von mehreren Bereichen im Moskauer Kreml hat sich die Interferenz GmbH nicht erst 2008 europaweit einen Namen gemacht.




 
 

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