13. August 2013

Den Traum vom Design in Harpenfeld gelebt

„Rainer hat seinen Traum gelebt! Ob als Design-Sammler, also Collector, wie als Initiator, Motor oder als Motivator. Er bot der Design-Szene eine Chance, Produkte zu etablieren. „Anthologie quartett“ hat über die Jahre Design-Geschichte geschrieben und ist heute ein Stück deutscher Kulturgeschichte“, sagt Michael von Jakubowski, dessen Lebenspartner und „Chef“ Rainer Krause kürzlich plötzlich und unerwartet aus dem Leben schied.

Schrieben Design-Geschichte: Rainer Krause (rechts) und Michael von Jakubowski aus Harpenfeld [Bild: NOZ, Christa Bechtel]

Die meistkopierte europäische Designleuchte – die „Cellula“ – stammt aus dem Altkreis Wittlage [Bild: NOZ, Christa Bechtel]

Viele Leuchten von Anthologie Quartett wurden mit nationalen und internationalen Preisen ausgezeichnet [Bild: NOZ, Christa Bechtel]

„Ob in Paris oder Mailand: Wir waren schon die ‚bunten Vögel‘, die Exoten, und man guckte sehr genau, was ‚die Jungs‘ da wieder gebastelt hatten“, erklärt von Jakubowski, der künstlerische Berater von anthologie quartett in Harpenfeld. Das große Vorbild für Rainer Krause sei das italienische Unternehmen „Driade“ in Mailand gewesen, das Designer-Möbel produziert, was er im „Kleinen“ umzusetzen versuchte, denn: „Seit jeher hat sich Rainer für Design interessiert. Schon 13-jährig begann er zu sammeln, zum Beispiel Stühle von berühmten Designern.“ Diese Sammlung sei im Laufe der Jahre immer mehr von ihm erweitert und verfeinert worden.



Da Rainer Krause aus einem wohlhabenden Apothekerhaushalt kam, beauftragte er in den 1970er-Jahren das Designbüro „Superstudio“ in Florenz, den bekannten Architekten Adolfo Natalini, in Lübbecke, seiner Heimatstadt, eine sehr moderne Apotheke zu bauen. Sie war die erste postmoderne Architektur in der Bundesrepublik Deutschland überhaupt. Bis 1996 führte Krause, der Pharmazie studiert hatte, die Apotheke in Lübbecke.

Im September 1983 gründete er mit drei weiteren Partnern als Kollektion der Architektur-, Design-, Kunst- und Mode-Galerie das „Quartett“ in Hannover. Die Vorstellung der ersten Kollektionen mit Entwürfen von Bellefast, Borek Sipek, Ettore Sottsass, Matteo Thun und Daniel Weil fand zur Kölner Möbelmesse im Januar 1984 und zur Mailänder Möbelmesse im September 1984 statt.

Eigenständige Firma

1987 wurde anthologie (griechisch: Sammlung) quartett aus dem Unternehmen ausgegliedert und als eigenständige Firma mit Sitz auf Schloss Hünnefeld in Harpenfeld gegründet.
Nebenher gründete der gebürtige Lübbecker noch „Design… Connections“ im Penthouse der Apotheke in Lübbecke, für die Michael von Jakubowski die Leitung übernahm. „Design… Connections“ übernahm beispielsweise die Koordination für Rasch, Bramsche, zur Ausstellung „Zeitwände“ im Jahr 1990. Der größte Auftrag kam vom Comité Colbert, eine 1954 von dem französischen Parfümhersteller Jean-Jacques Guerlain gegründete Vereinigung von heute 70 Unternehmen und elf angeschlossenen Institutionen, die einen Studentenwettbewerb in der BRD anboten. „Den haben wir koordiniert“, blickt Michael von Jakubowski auf besonders schöne Zeiten zurück. Das Label „Design… Connections“ sei später verkauft worden.

Parallel wurde „anthologie quartett“ immer größer und bekannter. Große Museen, wie das Museum of Modern Art (MoMA) New York oder das Victoria and Albert Museum London „kauften immer Stücke von „anthologie quartett“, unterstreicht von Jakubowski. So seien auch in den jeweiligen Design-Jahrbüchern immer vier bis fünf Produkte von den Hünnefeldern zu finden gewesen.

Ab dem Jahr 2000 bis 2013 durfte sich das Duo über etliche Auszeichnungen wie „Design Plus“, „Form 2008“, Bundespreis für Design, den „Focus Open“ sowie den „Good Design Award“ (2011), den „IF Product Design Award“ für die LED Leuchte „Alumega“, die Nominierung zum Designpreis Deutschland 2011 für die Leuchtenserie „Rain“, und ebenfalls 2011 den Preis für die meistkopierteste europäische Designleuchte, die „Cellula“, freuen. Ende 2012 wurden sie für die Leuchtenfamilie „La Grande“ mit dem German Design Award 2013 prämiert. Von 1500 Einreichungen bekam „anthologie quartett“ Bad Essen ein weiteres Mal, diesmal für ihr Produkt La Grande Enorme, Leuchten, in der Kategorie Home Interior den German Design Award 2013. „Früher oder später werden sich die internationalen Museen auf das ,anthologie quartett‘-Thema stürzen“, ist sich von Jakubowski sicher.

Rainer Krause fühlte sich mit Schloss Hünnefeld immer sehr verbunden. Dass er nun auf dem Hünnefelder Familienfriedhof seine letzte Ruhe gefunden hat, damit hat sich auch sein Lebenskreis geschlossen.

[Text und Bilder mit sehr freundlicher Genehmigung durch NOZ Neue Osnabrücker Zeitung, Wittlager Kreisblatt vom 08.07.2013, Christa Bechtel]




 
 

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