01. Mai 2010

Projekt des Monats
Mai 2010

Architektonisches Zeichen voller Widersprüche - Die Katholische Hochschule Brügge

Der neue Campus in Brügge ist eine eigenständige architektonische Einheit, die sich jeglicher Form der Integration verwehrt. Er entspricht den zeitgemäßen Bedürfnissen nach Kompaktheit, optimaler interner Mobilität und Flexibilität. Zur Straßenseite zeigt sich das Gebäude geschlossen mit einer einzigen Fensteröffnung im Studienbereich. Die Campusseite hingegen ist extrem offen mit einem vielfältigen Design – eine Architektur der Widersprüche.

Mit ihrem Neubau setzt die Katholische Hochschule Brügge ein architektonisches Zeichen voller Widersprüche ... [Bild: Zumtobel Lighting GmbH]

... zur Straße hin kompakt mit nur einer einzigen Fensteröffnung im Studienbereich, zur Campusseite hin jedoch offen und vielfältig [Bild: Zumtobel Lighting GmbH]

Die Seminarräume beleuchten deckenbündige Mirel Einbauleuchten [Bild: Zumtobel Lighting GmbH]

Die Seminarräume beleuchten deckenbündige Mirel Einbauleuchten [Bild: Zumtobel Lighting GmbH]

Der „Silent Room“ auf der höchsten Ebene des Atriums ist eine eigenwillige Kunstinstallation von Christine Deboosere [Bild: Zumtobel Lighting GmbH]

In den Auditorien, die durch Öffnung der Schallschutztrennwände in einen großen Saal für 650 Personen umgewandelt werden können, kam ebenfalls das Miros Spiegel-Werfer-System zum Einsatz [Bild: Zumtobel Lighting GmbH]

Das Miros Spiegel-Werfer-System wirkt fast wie ein Teil der Gebäudekonstruktion [Bild: Zumtobel Lighting GmbH]

Alle Klassen- und Seminarräume sind über den riesigen Treppenaufgang im Atrium zu erreichen [Bild: Zumtobel Lighting GmbH]

In den Fluren sorgen Deckenleuchten mit Indirektprofil in Sonderausführung für ein angenehmes blendfreies Licht [Bild: Zumtobel Lighting GmbH]

Durch die Kombination von Stahl, Glas, Beton und Holz entstehen in den Räumen des KHBO-Gebäudes spannende Gegensätze. Gleichzeitig bietet der modulare Ansatz die Möglichkeit, sich auch in Zukunft auf geänderte Lernanforderungen einzustellen.


Bei Betreten des offenen, lichtdurchfluteten Atriums sind die Hauptfunktionen und die Eingänge sofort klar erkennbar, die Studierenden werden auf logische Weise zu den internen Verkehrswegen weitergeleitet. Das Gebäude besteht aus einem Bereich mit Auditorien und Cafeteria, einer Zone mit drei markanten identischen Armen, in denen Seminar- und Büroräume untergebracht sind, sowie einem eindrucksvollen Block, der den Studienbereich umfasst. Das Atrium wurde als dreidimensionaler Treffpunkt mit breiten Stufen, offenen Galerien sowie Sitzecken und Lerninseln gestaltet. Wunsch der Architekten war eine überwiegend indirekte Beleuchtung des gesamten Gebäudes. Das Miros Spiegel-Werfer System bietet hier eine architektonisch anspruchsvolle und lichttechnisch optimale Lösung, um die teilweise 10m hohen Räume gleichmäßig und blendfrei zu beleuchten.

Zwei Auditorien, die durch Öffnung der Schallschutztrennwände in einen großen Saal für 650 Personen umgewandelt werden können, bieten Raum für unterschiedliche Veranstaltungen.Unter den Auditorien befindet sich eine helle Cafeteria für 350 Studenten, die durch ihre eindrucksvolle Vorhangfassade den Blick auf eine nach Süden ausgerichtete Terrasse freigibt. Die Terrasse geht in eine grüne Sonnenterrasse über.  Die offene, häufig bis zu 10m hohe Architektur greift hier bei der Beleuchtung bewusst auf das Miros Spiegel-Werfer System zurück, das wie ein Teil der Gebäudekonstruktion wirkt. Die über die Spiegel entstehende indirekte, warme Beleuchtung bildet einen spannenden Kontrast zur eher kühlen Beton/Glas-Architektur. Dieser Kontrast aus kühlem Beton und warmem Licht wird durchgängig bei allen indirekt strahlenden Leuchten umgesetzt. Koen De Klerck resümiert: „Mit Licht, sowohl mit funktionellem wie mit atmosphärischem, haben wir versucht, die Architektur und die Umgebung des ganzen Gebäudes noch zu verstärken. Dabei wurden sowohl die Flexibilität als auch der Wartungsaspekt berücksichtigt.“

Die drei Blöcke mit Seminarräumen sowie der Studienbereich führen in das eindrucksvolle Atrium hinein. Kurze Gehwege verbinden die verschiedenen Funktionsbereiche. Alle Vorlesungs- und Seminarräume sind gruppenweise in den Blöcken mit je drei Stockwerken untergebracht. Die Räume sind über den riesigen Treppenaufgang im Atrium oder über Aufzüge erreichbar. Eine flexible Gestaltung zeichnet die Blöcke aus: sie sind vom übrigen Komplex getrennt in einzelne Brandschutzzonen unterteilt und schallschutztechnisch entkoppelt. Die Lehrräume werden großzügig mit deckenbündigen Mirel Einbauleuchten beleuchtet. Ein indirekt leuchtendes Sonderprofil versorgt die Verkehrszonen mit einem angenehmen blendfreien Licht.

Auf der höchsten Ebene des Atriums befindet sich als optischer Abschluss der „Silent Room“. Dabei handelt es sich um ein von der Künstlerin Christine Deboosere stammendes Kunstinstallationsprojekt in eigenwilliger Gestaltung und Farbgebung.

Johan Bosschem: „Es war der Wunsch von KHBO, dass das Gebäude ein weithin sichtbares Zeichen sein sollte. Wir entsprachen diesem Wunsch unter Berücksichtigung aller Einschränkungen. Das Ganze ist ein Prozess, in dem man den Aspekt der Flexibilität nicht außer Acht lassen darf. Es muss immer möglich sein, sich den Bedürfnissen des Auftraggebers anzupassen, die sich im Lauf der Zeit verändern, denn das ist immer der Fall.“




 
 

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