13. Juni 2019

Kein UFO-Landeplatz, sondern ein moderner Busbahnhof

LED-Beleuchtung sorgt an neuen Bussteigen in Gelsenkirchen für mehr Sicherheit, Attraktivität, Fahrgastkomfort - und geringere Betriebskosten. Sobald sich das Tageslicht verabschiedet, entfalten die Fahrgastunterstände am modernisierten Zentralen Omnibus-Bahnhof (ZOB) in Gelsenkirchen ihre besondere Ausstrahlung. Vor allem die kürzlich fertiggestellte Mittelinsel mit ihrer umlaufenden LED-Beleuchtung erinnert dann an ein gerade gelandetes UFO – direkt gegenüber dem Bestandsgebäude, das wie die anderen drei Unterstände mit LED-Leuchten bestückt wurde.

Günstig für die langfristigen Betriebskosten: Durch den Einsatz kleinerer Vorschaltgeräte lassen sich Wartung und Reparaturen an den LED-Bauteilen einfach und kostensparend bewerkstelligen [Bild: emsLICHT AG, Fotograf: Lukas Pelech]

An ein gerade gelandetes UFO erinnert vor allem die Mittelinsel am ZOB Gelsenkirchen. Die umlaufende LED-Beleuchtung bietet neben der modernen Optik in erster Linie eine gute Orientierung für die Fahrgäste und eine hohe Aufenthaltsqualität [Bild: emsLICHT AG, Fotograf: Lukas Pelech]

Auf rund 80 Metern Länge wurden hier LEDs platziert, die wegen ihrer geringen Wärmeentwicklung nicht nur wenig Strom verbrauchen, sondern bei Minustemperaturen auch die Gefahr von herabfallenden Eiszapfen reduzieren [Bild: emsLICHT AG, Fotograf: Lukas Pelech]

Die Planung und Ausführung von Umbauten wie am Busbahnof Gelsenkirchen sind typische Aufgaben der Arbeitsgemeinschaft aus E. Ziegler Metallbearbeitung AG und mmcité+. Die beiden Unternehmen haben sich weitgehend auf die Beratung und Ausführung bei der Gestaltung öffentlicher Räume mit Stahlbauanlagen spezialisiert [Bild: emsLICHT AG, Fotograf: Lukas Pelech]

Nicht nur am Bestandsgebäude und auf der Mittelinsel, sondern auch an drei weiteren Fahrgastunterständen wurde die Aufenthaltsqualität mit neuen Dächern und sorgfältig ausgewählter Beleuchtung erhöht [Bild: emsLICHT AG, Fotograf: Lukas Pelech]

Die auf den ersten Blick klaren Formen und Radien offenbaren bei genauerem Hinsehen komplexe Geometrien, die für die Präzision in der Fertigung stets eine Herausforderung darstellen [Bild: emsLICHT AG, Fotograf: Lukas Pelech]

Ziel der im März 2017 begonnenen Modernisierung war es, die Barrierefreiheit und die Aufenthaltsqualität an den Bussteigen zu verbessern. Eingerichtet wurden ein taktiles Leitsystem für Sehbehinderte, eine dynamische Fahrgastinfo für die verbesserte Übersichtlichkeit sowie neue Sitzbänke und Wetterschutz für die Nutzer.



„Außerdem sollte ein moderner und heller Platz geschaffen werden, der von vornherein abschreckend gegen kriminelle Aktivitäten wirkt“, sagt Gerd Cosse, Geschäftsführer der Emslicht AG. Sein Unternehmen stattete die neuen Anlagen mit maßgeschneiderter LED-Beleuchtung aus. Getreu dem Firmenmotto „Einfach heller sparen“ sorgt diese Form der Beleuchtung für hohe Energieeffizienz bei zugleich hoher Lichtqualität: Rund 518 Meter LED-Lichtband in vollvergossener Ausführung für eine hochwertige Farbwiedergabe bei einer Lichtstärke von 180 Lumen pro Watt hat Emslicht verbaut.

Praktische Lösung mit kleineren Vorschaltgeräten
Die beeindruckend gestalteten Stahlbauanlagen glänzen nicht nur mit geringem Energieverbrauch, sondern im langfristigen Betrieb auch mit reduzierten Wartungskosten. Die Revisionierbarkeit der Technik spielte hierbei eine wichtige Rolle. Deshalb schlug der LED-Hersteller eine praktische Lösung vor: Im Gegensatz zum ursprünglichen Plan wurden statt einiger  großer einfach mehrere kleine Vorschaltgeräte eingesetzt, die sich jeweils leicht zugänglich in der Nähe der LEDs befinden.

So konnte auf den Einbau großer Zugangsluken in das Dach der rund 80 Meter langen Mittelinsel verzichtet werden. Für die Stadt Gelsenkirchen – bzw. das Referat Verkehr – als Bauherr und die BOGESTRA (Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen Aktiengesellschaft) als Betreiber sind die Änderungen in der Herstellungsphase kostenneutral. Da jedoch ein möglicherweise nötiger Austausch von Leuchten oder andere Reparaturmaßnahmen deutlich schneller zu bewerkstelligen sind, wirkt sich die Plananpassung bei den Instandhaltungskosten auf Dauer kostensenkend aus.

Konstruktion, Produktion und Montage der LED-Elemente aus einer Hand
Für die Ausschreibung zur Umgestaltung des ZOB gründete die E. Ziegler Metallbearbeitung AG mit dem Stahlbau-Spezialisten mmcité+ eine Dach-ARGE. Thomas Baumgartner von der Ziegler Metallbearbeitung übernahm die Geschäftsführung. Die Dach-ARGE hat sich auf die Beratung und Ausführung bei der Gestaltung öffentlicher Räume mit Stahlbauanlagen spezialisiert. Umbauten wie am Busbahnhof Gelsenkirchen gehören bei Ziegler zum Tagesgeschäft.

In enger Abstimmung mit der Kölner Weigelt Ingenieurgesellschaft, die die Elektrofachplanung übernahm, und mit den Architekten aus dem Kölner Büro Stefan Schmitz wurde die Planung und Ausführung bis ins Detail koordiniert. Die Enters Elektrotechnik GmbH aus Wuppertal war hierbei für die Elektroarbeiten zuständig.

Laut dem Projektleiter Thomas Baumgartner übernahm der LED-Hersteller Emslicht bei diesem Projekt eine immer wichtigere Rolle. „Dies begann mit einer sehr fundierten Beratung und praxisnahen Lösungen. Wir wissen zudem sehr zu schätzen, dass Emslicht nicht nur die Leuchtkörper produzierte und als Komplettprodukt mit den U-Profilen lieferte, sondern auch die Installateure der Firma Enters bei der Montage beratend unterstützte. Diese äußerst anspruchsvollen Aufgaben hätte der ursprünglich angefragte Lieferant so nicht übernommen. Es hat sich also gezeigt, dass die Produktion bei Emslicht in den besten Händen lag“, sagt Baumgartner.

Berechnungen, Lichtsimulationen und Musterbau im Vorfeld
Vorbereitend wurde der Lichtbedarf anhand von Berechnungen und Lichtsimulationen exakt definiert: Wo genau ist welche Lichtqualität erforderlich, wie müssen Spotwirkungen berücksichtigt werden, wie soll die Lichtverteilung aussehen? Diagramme und Erläuterungen auf insgesamt 120 Seiten und der hausinterne Musterbau von Emslicht lieferten die Antworten auf alle offenen Fragen.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf dem Design der futuristisch anmutenden Überdachung und der daraus resultierenden Beleuchtungselemente. Die Form der Aluminiumprofile für die LEDs erwies sich als technisch sehr anspruchsvoll, da sie den Radien der Dächer präzise folgen musste. 248 Leuchten wurden in 25 verschiedenen Varianten komplett als Sonderanfertigung hergestellt. Der Raum zwischen den Elementen betrug zwei bis vier Millimeter, daher waren die Schienen besonders exakt zu planen und zu produzieren.

Höchste Präzision trotz engen Zeitfensters
Für die Montage mussten die U-Profile am Ende jeweils in zwei Richtungen gebogen werden. Die komplexe Formgebung beruhte auf 3D-Daten, die Emslicht teilweise von der Dach-ARGE übernehmen und mit dem eigenen CAD-Programm überarbeiten konnte.

Thomas Baumgartner lobt die gute Abstimmung unter den Projektbeteiligten, insbesondere das Engagement von Emslicht: „LEDs bekommt man heute überall – die Technik an sich ist ja nicht mehr revolutionär. Aber es gibt nach wie vor große qualitative Unterschiede, und für uns ist wichtig, dass die Produkte bei dem jeweiligen Projekt zu 100 % genau passen. Hierzu gehört auch, dass der Hersteller flexibel und belastbar ist, denn die Zeitfenster für die Planung und Umsetzung werden immer enger.“

Angesichts üblicher bauablaufbedingter Verschiebungen im Zeitplan, die den Fertigstellungstermin aber letztendlich nicht gefährdeten, war „der direkte Draht“ zwischen den Ansprechpartnern laut Thomas Baumgartner entscheidend für den Erfolg. So konnte die UFO-ähnliche Konstruktion auf dem Parkdeck am Gelsenkirchener ZOB pünktlich realisiert werden und die Aufenthaltsqualität für die Fahrgäste nachhaltig verbessern.




 
 

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