30. November 2018

Der einfache Weg zum digitalen Licht

Lichtmanagement im Saint-Gobain-Glaswerk in Köln-Porz - Beim Lichtmanagementsystem LiveLink Premium verknüpft TRILUX die Welt des Lichtsteuerprotokolls DALI mit dem IP-Universum. Dabei muss niemand IT-Experte sein, um diese Lösung zu planen, zu installieren oder als Betreiber zu nutzen. LiveLink Premium ist frei skalierbar, einfach und stets neu konfigurierbar und bietet viele interessante Zusatzfunktionen.

In der Werkshalle werden Gläser bearbeitet, gelagert und Auslieferungen kommissio-niert. Die Beleuchtung sollte passend zu den verschiedenen Funktionsbereichen tages-licht- und präsenzabhängig gesteuert werden [Bild: Christoph Meinschäfer]

Das Lichtband E-Line LED übernimmt die effiziente Ausleuchtung der Halle. In den Tragschienen sitzen die Leuchteneinsätze und Sensoren. Bei Nutzungsänderungen können sie einfach umplatziert werden [Bild: Christoph Meinschäfer]

Das Lichtband E-Line LED übernimmt die effiziente Ausleuchtung der Halle. In den Tragschienen sitzen die Leuchteneinsätze und Sensoren. Bei Nutzungsänderungen können sie einfach umplatziert werden [Bild: Christoph Meinschäfer]

Das Zusammenspiel von Leuchten, Sensoren und Tastern wird in der nutzer-freundlichen LiveLink App konfiguriert. Hier lassen sich Leuchtengruppen definieren, ihr Dimm- und Schaltverhalten festlegen sowie Lichtszenen zusammenstellen und abspei-chern. Das alles erfolgt auf einer grafischen Bedienoberfläche, Programmierkenntnisse sind nicht erforderlich [Bild: Christoph Meinschäfer]

Eine selbsterklärende App steht bereit, um Steuer- und Regelstrategien für frei definierbare Leuchtengruppen oder auch Einzelleuchten einzurichten. Im Ergebnis sorgt LiveLink Premium für jederzeit bedarfsgerechtes Licht und somit hohen Komfort bei effizienter Energieanwendung. Das Saint-Gobain-Glaswerk in Köln-Porz rüstet bereits seine zweite Produktionshalle mit dem System aus.



Ehrgeizige Selbstverpflichtung
Saint-Gobain Glas ist ein international agierender Experte in der Glasherstellung, -veredlung und -verarbeitung. Anwendung finden die Multifunktionsgläser des Unternehmens beispielsweise in der Auto- und Solarindustrie. Ein anderer wichtiger Kunde ist die Baubranche. International bekannte Architekturen wie der World Trade Center Transportation Hub unter dem Ground Zero in New York, der Louvre Abu Dhabi oder der Eiffelturm setzen auf Funktionsgläser von Saint-Gobain.

Die Geburtsstunde vieler dieser Lösungen hat im Saint-Gobain-Werk in Köln-Porz geschlagen. Hier entstehen auf einer rund 800 m langen Floatglas-Anlage Glasscheiben von bis zu 18 m Länge. So, wie die Gläser später als Baustoff nachhaltiger Lebensräume zum Einsatz kommen, wird auch schon bei ihrer Herstellung auf Umwelt- und Ressourcenschutz Wert gelegt. Bis zum Jahr 2025 – so lautet die Saint-Gobain-Selbstverpflichtung – sollen der konzernweite Energieverbrauch um 15 % und die CO2-Emissionen um 20 % reduziert werden.

Effizienz durch die richtige Beleuchtung

Einen beträchtlichen Beitrag zum Erreichen dieses ehrgeizigen Ziels trägt das Saint-Gobain-Werk in Köln-Porz durch das Einsparen von Beleuchtungsenergie bei. In einer ausgedehnten Halle, die sowohl als Lager und für die Kommissionierung von Auslieferungen als auch für die Produktion genutzt wird, hat das Unternehmen auf innovatives LED-Licht umgerüstet. Die neue Beleuchtung erfüllt alle Vorgaben der Arbeitsstättenrichtlinie hinsichtlich Beleuchtungsstärken und Lichtqualität mit deutlich niedrigeren Anschlusswerten als die Altanlage.

Allein mit diesem Energiespareffekt wollte sich das Glaswerk noch nicht zufriedengeben. »Die Umrüstung sollte uns maximale Einsparungen erschließen«, erklärt Hermann Josef Blaeser vom Facility Management bei Saint Gobain. »Ausdrücklich haben wir in unserer Ausschreibung, die die Form einer funktionalen Leistungsbeschreibung hatte, deshalb eine Lösung mit Lichtmanagement spezifiziert. Zum einen sollte die Beleuchtung in Abhängigkeit vom durch die Oberlichter einfallenden Tageslicht geregelt werden. Andererseits wünschten wir uns für den Hallenbereich mit dem Lager eine präsenzabhängige Steuerung.«

Komplettlösung mit Perspektive
Das Angebot des Unternehmens Intercomp erfüllte souverän all diese Vorgaben und setzte dabei komplett auf Lichttechnik von TRILUX. »Die Kombination aus E-Line-Lichtbändern und dem serverbasierten Lichtmanagementsystem LiveLink Premium bietet eine enorme Flexibilität«, begründet Thomas Leiner von Intercomp die Produktauswahl. »Die LED-Leuchten lassen sich einfach an der gewünschten Position in die Tragschienen einklicken. In der LiveLink App auf einem Tablet erfolgt dann die Adressierung, Gruppenbildung sowie Parametrisierung von Tageslicht und Bewegungserfassung. Das war so unkompliziert, dass wir die Hallenbeleuchtung im laufenden Betrieb umrüsten konnten. Diese Neuinstallation ohne Produktionsunterbrechung war Saint Gobain sehr wichtig, denn die Glasherstellung läuft im 24/7-Betrieb.«

Gleichzeitig ermöglicht das einfache Handling der E-Line-Lichtbänder und der Lichtsteuerung LiveLink Premium auch die schnelle Neukonfiguration der Anlage bei Nutzungsänderungen. Interessant ist dies zum Beispiel, wenn sich das Layout der Regalgänge im Lager ändern sollte oder wenn neue Tätigkeiten an den Maschinen höhere Beleuchtungsstärken erfordern. »Solche Veränderungen passieren nicht jeden Tag, aber sind durchaus nicht ungewöhnlich. Eine Umnutzung der Halle war auch Anlass für die jetzt erfolgte Renovierung der Beleuchtung«, sagt dazu Hermann Josef Blaeser von Saint Gobain. Gerade angesichts der langen Lebensdauer der LED-Leuchten ist es gut zu wissen, dass E-Line-Leuchten einfach in den Lichtbändern umpositioniert oder ergänzt werden können und sich ohne jede Neuverdrahtung, nur per Software, ein ganz neues Lichtsteuerregime etablieren lässt.

Support bei Planung und Konfiguration
Insgesamt wurden in der Halle 632 E-Line Leuchteneinsätze in den zugehörigen Tragschienen platziert. 56 Sensoren, die ebenfalls perfekt in die Schienen passen, erfassen das Tageslicht und die Anwesenheit von Personen. Gregor Neustädter von der TRILUX-Unit Lighting Solutions and Services hat das Projekt betreut und erinnert sich: »Wir haben unseren Vertriebspartner Intercomp mit einer kompletten DIALUX-Lichtplanung für die Halle unterstützt. Ziel im Bereich der Maschinen waren 500 lx Beleuchtungsstärke, im Lager genügen deutlich niedrigere Werte, Mindestvorgabe waren 200 lx.« TRILUX hat zudem die optimalen Positionen für Sensoren und Bedientaster ermittelt. Sämtliche Komponenten werden für das jeweilige Projekt zusammengestellt und fertig zur Installation angeliefert. Um die Einrichtung der Hard- und Software des Servers und des Netzwerks kümmert sich ein von TRILUX beauftragter Systemintegrator. Für den Installateur heißt das, er kann sich auf sein Kerngeschäft konzentrieren und die komplette elektrotechnische Installation, vom Schaltschrank über die Verkabelung bis hin zu den Leuchten fachgerecht abwickeln.

Ein Optimum an Sehkomfort und Effizienz
Wenn die Anlage steht, lässt sich das Zusammenspiel von Leuchten, Sensoren und Tastern in der LiveLink Konfigurations-App ausgesprochen einfach organisieren. Die nutzerfreundliche, selbsterklärende App zeigt die Leuchten im Grundriss an. Sie können zu beliebigen Gruppen zusammengefasst werden, um dann zu entscheiden, wie sich die Gruppe oder auch Einzelleuchten auf Signale von außen hin verhalten sollen. Für automatische Steuerungen, wie zum Beispiel eine tageslichtabhängige Konstantlichtregelung, stammt das Input von Sensoren; aber selbstverständlich lassen sich je nach Konfiguration auch manuelle Schaltbefehle per Taster oder via Bedien-App auf netzwerkfähigen Geräten erteilen. Zudem ist es möglich, zeitgesteuerte Lichtszenen zu programmieren und abzurufen.

In der Halle bei Saint Gobain waren im Bereich der Produktion stets gleiche Beleuchtungsstärken gewünscht. Das heißt, je nachdem, wieviel Tageslicht über die Lichtbänder und Lichtkuppeln im Dach in die Halle einfällt, wird das LED-Licht gedimmt oder hochgefahren. Die Nutzung des natürlichen Lichts und automatische Anpassung des LED-Lichtstroms ermöglichen spürbare Energieeinsparungen. Im Lagerbereich ist das Licht dauerhaft auf 5 % gedimmt. Erst wenn eine Person oder ein Gabelstapler am Eingang zu einem Regalgang detektiert wird, fahren die Leuchten hoch und bleiben für eine frei konfigurierbare Nachlaufzeit auf diesem Level. Solche präsenzabhängigen Lichtsteuerungen können in Lagern bis zu 70 % Energie einsparen.

Systemarchitektur mit vielen Möglichkeiten
Live Link Premium eignet sich für Lichtsteuerprojekte in den verschiedensten Anwendungsbereichen – von Industrie, Gewerbe, Logistik und Verkehr, über Büros und Bildungseinrichtungen, bis hin zu Gastronomie und Hotels, Shops, Ausstellungen und Sportanlagen. Die dafür notwendige Flexibilität und Vielseitigkeit bezieht das System aus seiner anpassbaren Systemarchitektur. Leuchten, Sensoren und drahtgebundene Bedienstellen kommunizieren miteinander über das DALI-Protokoll, während die Anlage über ein Ethernet-Gateway an den Server und somit die IP-Welt angebunden ist. Diese Konstellation öffnet das System für viele weitere Schnittstellen. So lassen sich via WLAN mobile Geräte für die Konfiguration und Bedienung einbinden und vom Server aus erschließen sich cloudbasierte Services wie das Monitoring von Energie- und Betriebsdaten für die Fernwartung, Anlagenoptimierung oder sogar Predictive Maintenance.

Um die Vorteile dieser digitalen Lichtsteuerung zu nutzen, müssen Planer, Installateur und Betreiber keine IT-Spezialisten werden. TRILUX liefert LiveLink Premium auf einem Integrationslevel aus, das die Implementierung und Anwendung absolut einfach macht. Hermann Josef Blaeser vom Facility Management bei Saint Gobain hat der unkomplizierte Projektablauf in der Werkshalle jedenfalls restlos überzeugt: »Wir haben bereits die Umrüstung einer zweiten Halle auf E-Line-Leuchten und LiveLink Premium beauftragt. Es gab keinerlei Störungen der Produktionsabläufe während der Installationsphase und die Lösung hat sich bei uns im Alltagsbetrieb absolut bewährt.«

Ein weiteres Argument hat die Entscheidung bei Saint Gobain befördert: Die Verantwortlichen haben die TCO (Total Cost of Ownership) der Anlage berechnet. Trotz einer höheren Anfangsinvestition wegen der Lichtsteuertechnik hat sich dabei gezeigt, dass die LiveLink-Lösung über die Gesamtnutzungsdauer nicht nur wesentlich kostengünstiger ist, als eine Hallenbeleuchtung ohne Lichtmanagement, sondern auch im Vergleich zum Wettbewerb sehr positiv abschneidet.




 
 

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