Seit über 65 Jahren vereint Artemide Kreativität und Präzision, Expertise und Handwerkskunst, um immer neue, aufregende Lichtperspektiven zu skizzieren. Als Pionier moderner Lichtgestaltung steht der Leuchtenhersteller aus dem Mailänder Vorort Pregnana Milanese für mutiges Produktdesign, das traditionelle Handwerkskunst und visionäre Technologien miteinander kombiniert.
Alles, was die legendäre Marke ausmacht, kann künftig im neuen Lighting Consultancy Center in der Baseler Straße 10 erkundet werden: Auf einer großzügigen Ausstellungsfläche auf 470 m² und verteilt über zwei Etagen findet sich hier die gesamte Artemide-Welt und damit ein echtes Kompetenzzentrum für Fachleute und Endkunden. Bereits das ursprüngliche Consultancy Center war im selben Gebäude untergebracht, wurde nun aber in anderen Räumlichkeiten grundlegend neugestaltet und erweitert.
Am 10. März gab es für Artemide hier gleich mehrere Anlässe zu feiern: Neben der Neueröffnung des LCC selbst wurde auch die 10-jährige Kooperation mit dem berühmten Designstudio Bjarke Ingels Group (BIG) zelebriert, inklusive eines anregenden Architektur-Talks zwischen Artemide-Präsidentin Carlotta de Bevilacqua und BIG-Partner Jakob Lange. Darüber hinaus standen erstmals die Neuheiten und Ergänzungen der Kollektion 2026 im Fokus: Ästhetik und Präzision traf dabei einmal mehr auf wissenschaftlichen Forschungsgeist und ökologische wie soziale Nachhaltigkeit.
Iperbole
Schneidet man einen geometrischen Kegel, offenbart sich eine Hyperbel. Dieser simple Vorgang bildet das Fundament von Iperbole. Durch das simple Spiel mit Quadrat und Dreieck haben Artemide und die Bjarke Ingels Group (BIG) eine minimalistische Pendelleuchte geschaffen, die sich für Wohnräume und Arbeitsbereiche gleichermaßen eignet. Ausgehend von der Schnittmenge elementarer Geometrien ist eine dynamische, elegante Form entstanden, bei der ein charakteristisches Kegelprofil auf einen quadratischen Grundriss trifft. Jede Seite beschreibt eine Hyperbel und kreiert Bögen, die aus verschiedenen Blickwinkeln die weiße, hell erleuchtete Innenfläche der Leuchte erkennen lassen. Eine zentral positionierte Linse lenkt den Lichtstrahl so, dass er das Innere des Leuchtenkörpers streift und gleichmäßig verteilt wird. Dabei wird die Blendung reduziert, indem die hyperbolische Form den direkten Blick auf die Linse abschirmt.
Bereits einzeln ein formvollendetes Stück Design, ist Iperbole auch zu größeren Konstellationen zusammenfügbar: Eine zusätzliche dreieckige Variante sorgt dafür, dass nicht nur lineare, sondern auch geschwungene Arrangements kreiert werden können. Die Seiten des quadratischen und dreieckigen Moduls sind äquivalent und ermöglichen damit vielfältige, geschlossene oder offene Formationen. Weil der Leuchtenkörper ausschließlich aus dünnem, nur 1,5 Millimeter starkem Aluminiumblech besteht, wird der Einsatz von Werkstoffen zudem auf ein Minimum reduziert, was Iperbole äußerst nachhaltig und materialeffizient macht. Das verleiht ihr nicht zuletzt große Leichtigkeit: Fast schwebend wirkt sie und erinnert gerade als Installation aus mehreren Leuchten an einen Schwarm Vögel. Design: Bjarke Ingels Group (BIG)
Ulrich und Diotima
Ulrich und Diotima ist eine Kollektion eleganter Wandleuchten, die intelligenten Minimalismus mit verspielter Extravaganz in Einklang bringt: Die optoelektronische LED-Lösung mit Netzspannung optimiert nicht nur die Lichtqualität, sondern auch die Komponenten, was den Platzbedarf auf ein Minimum reduziert. Die erste, quadratische Variante mit abgerundeten Ecken ragt gerade weit genug hervor, um das Licht gezielt im Raum zu verteilen und verbirgt dabei die Wandbefestigung in einem Einbausystem. Die zweite Variante wird durch ein Profil ergänzt, das L-förmig dem Verlauf der Wand folgt. Die Wandleuchten identifizieren sich mit dem namensgebenden Ulrich, dem von Robert Musil in seinem berühmten Roman beschriebenen “Mann ohne Eigenschaften”: Reich an Intellekt, bleibt dieser frei von jeglicher äußeren Leidenschaft. Ganz im Gegensatz zu seiner Cousine Diotima, die mit fröhlichem Charme alle in ihren Bann zu ziehen weiß. Die Rolle von Diotima übernimmt hier eine Kugel aus mundgeblasenem Craquelé-Glas: Dessen dekorative, einzigartige Textur bildet sich, wenn das heiße Glas in kaltes Wasser getaucht wird. Dadurch zerbricht die glatte Oberfläche zu einem Geflecht feiner Risse. Wird das zarte Dekor nun von Licht belebt, lassen seine Reflexionen an der Wand ein unbeschwertes Spiel aus Licht und Schatten entstehen. Design: Carlotta de Bevilacqua.
Agathe
Agathe ist eine aufs Wesentliche reduzierte Wandleuchte mit kompaktem, quaderförmigem Volumen. Benannt nach der rätselhaften Schwester von Ulrich aus Musils „Mann ohne Eigenschaften“, vervollständigt sie die Kollektion neuer Wandleuchten. Die Lichtabstrahlung des Entwurfs erfolgt beidseitig: Das Licht tritt oben und unten durch zwei zurückgesetzte Diffusoren aus, die passgenau in den Leuchtenkörper integriert sind. Die klare, kantige Formensprache geht einher mit einer großen Auswahl an Oberflächen: von kühl-dezenten bis hin zu wärmeren Nuancen. Dadurch passt Agathe sich mühelos an jede Raumsituation an. Mit ihrer präzisen Linienführung und dem von allen überflüssigen Details befreiten Design vereint die Wandleuchte formalen Minimalismus mit exzellenter Lichtqualität und wird so zu einem eleganten wie funktionalen Raumelement. Wie Ulrich und Diotima verfügt sie über höchste Lichtleistung bei kleinsten Abmessungen und lotet damit neue gestalterische Ausdrucksmöglichkeiten aus. Design: Carlotta de Bevilacqua.
Boltons
Die Schönheit von mundgeblasenem Glas, ergänzt um optische Intelligenz: Bei der von Herzog & de Meuron gestalteten Tischleuchte Boltons balanciert eine bewegliche Metallscheibe elegant auf einem Glaskörper. Der Korpus wird in einer einzigen, gekonnten Bewegung nach traditioneller Technik geformt. Die nicht vollkommen ebene Oberfläche des Diffusors wird durch eine Vibration erzeugt, die die Handwerkskunst und Einzigartigkeit des Glases zum Ausdruck bringt. Das Glas ist im oberen Teil dicker, an den Seiten, wo es gedehnt wird, ist es dünner. Die sanft gerundete Kegelform ist essenziell für das optische Konzept von Boltons: Eine gewölbte Linse im Sockel der Leuchte lenkt das Licht präzise und kontrolliert nach oben, wo es von der auf dem Glaskegel angebrachten Metallscheibe reflektiert wird. Aufgrund einer Magnetkugel lässt sich dieser Reflektor beliebig bewegen und in verschiedenste Winkel neigen. Vom Lichtstrahl durchquert, wird das Glas wiederum durch Reflexionen lebendig, ohne dass die Effizienz der Leuchte beeinträchtigt wird. Auf diese Weise lädt Boltons dazu ein, unmittelbar mit dem Licht zu interagieren und es zu erkunden. Design: Herzog & de Meuron.
Criosfera
Die Leuchte von Giulia Foscari ist dem charakteristischen Aussehen von Eisbohrkernen nachempfunden, aus denen Klimaforscher die Temperaturentwicklung der vergangenen Jahrtausende ablesen. Statt aus Eis besteht Criosfera allerdings aus einer Schichtung von geblasenem Recyclingglas: Ihr optischer Kern orientiert sich an der Art und Weise, wie die Eisoberfläche des antarktischen Plateaus das Licht bricht, um seine Streuung zu maximieren. Die Halterungen wiederum verweisen auf die wissenschaftlichen Instrumente, die zur Entnahme und Analyse der Eiskerne verwendet werden. Auf dem Gestell sind die alarmierend ansteigenden CO2-Werte der vergangenen Jahrhunderte bis ins Heute eingraviert: Foscari möchte ihren Entwurf entsprechend auch als Aufforderung verstanden wissen, individuell und kollektiv der Klimakrise entgegenzutreten. Die 2024 erstmals vorgestellte Tisch- und Stehleuchte ist auch als vertikale und horizontale Pendelversion erhältlich. 2026 kommt eine längere Pendelversion von 1,75 Metern Länge hinzu. Neu ist zudem die Stehvariante Criosfera Floor 175, die ebenfalls stattliche 1,75 Meter hoch ist. Beide Versionen unterstreichen abermals eindrucksvoll die außergewöhnliche Fertigungskunst, denn Glas in solchen Längen zu blasen, erfordert höchste handwerkliche Präzision. Design: Giulia Foscari.
Sintesi
1975 vorgestellt, war Sintesi das erste Produkt, das von Artemide-Gründer Ernesto Gismondi selbst entworfen wurde. Vergangenes Jahr wurde die buntverspielte Arbeitsleuchte mit großem Erfolg wiederaufgelegt. 2026 wird sie nun um eine einfache, aber intelligente Wandhalterung ergänzt: Die klassische Schreibtischleuchte kann sich so jederzeit in eine Wandleuchte verwandeln, was dem Licht zusätzliche Bewegungsfreiheit eröffnet. Das Feature ist künftig jeder Leuchte beigelegt und entspricht dem praxisnahen Ansatz, der ein wesentliches Merkmal von Gismondis Designphilosophie darstellt. Als Unternehmer, Ingenieur und Designer verfolgte er bei seinen Projekten stets eine ganzheitliche Perspektive und berücksichtigte Form, Funktion und mechanische Aspekte ebenso wie eine effiziente Produktion und die einfache Montage.
All das gilt auch für Sintesi: In Neigung und Höhe verstellbar, besteht der minimalistisch und funktional gestaltete Entwurf aus nur wenigen gebogenen Metallkomponenten. Zwei unterschiedlich lange, C-förmige Elemente formen das Gestell, wobei das kürzere am längeren Element befestigt ist und so eine Y-förmige Stütze bildet. Durch Öffnen und Schließen dieser Struktur lässt sich die Leuchte geschmeidig neigen. Die Lichtquelle selbst wird von einem Rahmen umgeben, der sie hält und lenkt und den Reflektor außerdem durch ein markantes Gitter schützt. Sintesi kann darüber hinaus problemlos in verschiedene Positionen ausgerichtet werden und lässt sich für den Transport sogar flach zusammenklappen. Design: Ernesto Gismondi.
Alambicco
Alambicco verbindet traditionelle Glasbläserkunst mit einer raffinierten modularen Konstruktion: Die von Neil Poulton gestaltete Pendelleuchte besteht aus zwei Schichten Glas, die geschickt mit Transparenzen und Texturen spielen, um das Licht zu streuen. Der Entwurf ist eine Neuinterpretation der uralten venezianischen Glasbläsertechnik „Balloton“: Dazu werden zunächst kleine Pyramiden mit quadratischer Grundfläche in das heiße Glas gebrannt, ehe das Werkstück – jedes ein Unikat – seine endgültige Form erhält. Durch die Oberflächenstrukturen entstehen ästhetische Reflexionen, die mit den Farbnuancen der Umgebung verschmelzen. Alambicco ist als vertikale oder horizontale Hängeleuchte in verschiedenen Längen konzipiert, sowie in einer XL-Variante mit größeren Gläsern als Decken- und Stehleuchte. Sie zieht dabei nicht nur in privaten Wohnumgebungen, sondern auch in öffentlichen Bereichen wie der Hotellerie oder dem Einzelhandel sämtliche Blicke auf sich. 2026 erfährt die Leuchtenfamilie nun abermals Zuwachs: Alambicco 165 ist 1640 Millimeter lang und als skulpturale Stehleuchte oder vertikale Pendelversion erhältlich. Design: Neil Poulton.
Somnĭum
Maximale Effizienz bei optimaler Wahrnehmung: Somnĭum von Carlotta de Bevilacqua macht sich die Transparenz seines Materials zunutze und schafft so eine makellose Synthese aus allen Elementen, die typischerweise in einem Lichtsteuerungssystem zu finden sind. Die Linse – das wichtigste Instrument zum Lenken und Einfangen des Lichts – verbindet sich dabei mit dem Blendschutz, der üblicherweise die Sicht auf die Lichtquelle abschirmt, um den Sehkomfort zu erhöhen. Beide Elemente bestehen für gewöhnlich aus unterschiedlichen Materialien und verschmelzen bei Somnĭum zu einem einzigen Gefüge. Die geschickte Geometrie der Linse verwandelt die direkte Helligkeit von etwas, das normalerweise verdeckt bleibt, in ein Element, das Reflexionen integriert und so ebenfalls als Blendschutz agiert. Geprägt von einem transparenten, leichten Design trägt die Kreation von Carlotta de Bevilacqua damit zu einer luftigen Raumatmosphäre bei. Das gilt auch für das neue 90°-Eckmodul, das nun auch eckige Konfigurationsmöglichkeiten eröffnet. Design: Carlotta de Bevilacqua.
Arctic
Eine Leuchte wie eine Kunstinstallation: Arctic wurde ursprünglich für ein Hotel in Finnland konzipiert, wo ihre verspiegelten Flächen die Nordlichter reflektieren sollten. Dazu nimmt sich der Entwurf der Bjarke Ingels Group (BIG) die filigrane Geometrie von Eiskristallen zum Vorbild. Durch die Kombination von Fünf- und Dreiecken entsteht eine kristalline Form, die das Licht einfängt, bricht und reflektiert. Ihre facettierten Flächen reflektieren das Licht der opalenen Kugel im Zentrum und die Umgebung rundum. Auch im ausgeschalteten Zustand wirkt Arctic wie eine Skulptur, die sich je nach Blickwinkel dynamisch verändert, wobei die Vielzahl der Spiegel sich in der Wahrnehmung vervielfältigt. Der zentrale Kern umschließt alle stromführenden Komponenten und verteilt das Licht gleichmäßig und mit höchster Effizienz um 360° Grad. Die Oberflächen der jeweiligen Diffusoren können dabei verspiegelt oder transparent sein, um auf unterschiedliche Weise mit ihrem unmittelbaren Umfeld zu interagieren. Bei beiden Ausführungen werden sie durch genauestens berechnete Einschnitte gekreuzt, um das Licht zu lenken und zu streuen. Die so entstehenden Lichtbrechungen und Reflexionen haben faszinierende ästhetische wie optische Effekt zur Folge. Erhältlich ist Arctic als Pendel-, Decken- und Bodenleuchte. Design: Bjarke Ingels Group (BIG).
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