28. November 2018

Glamouröses Ausstellungsdesign - Das Yves Saint Laurent Museum in Marrakesch

Das jüngst eröffnete Yves Saint Laurent Museum in Marrakesch präsentiert sich als Juwel zeitgenössischer Museumsarchitektur. Im Innern des monolithischen Backsteinbaus von Studio KO überrascht ein dramatisches Ausstellungskonzept mit Referenzen an Theater und Bühne. ERCO LED-Lichttechnik lässt in einer begehbaren Black Box die Farben und Texturen von ikonischen Haute Couture Modellen Yves Saint Laurents erblühen.

[Bild: Christian Schaulin]

[Bild: Christian Schaulin]

[Bild: Christian Schaulin]

[Bild: Christian Schaulin]

[Bild: Christian Schaulin]

[Bild: Christian Schaulin]

[Bild: Christian Schaulin]

Draußen: Flirrende Hitze unter der Sonne Nordafrikas, die schon frühmorgens die Ziegelfassade des Museumsneubaus an der Rue Yves Saint Laurent rosarot leuchten lässt. Marrakesch, im Südwesten Marokkos, ist berühmt für seine in allen Schattierungen von rosa, rot und terrakotta getünchten Häuser. Das Äußere des langgezogenen, niedrigen Gebäudekomplexes des Yves Saint Laurent Museums respektiert mit seinem Terrazzo-Sockel und der kunstvollen Ziegelfassade diese typische Farbpalette und auch die arabische Bautradition der Abschirmung zur Straße hin. Die Architekten von Studio KO zelebrieren in der reliefartigen Fassade das komplexe Licht- und Schattenspiel unter südlicher Sonne.



Drinnen: Ein komplett in schwarz gehaltener Ausstellungsraum. Eine Black Box für die Schlüsselwerke des kreativen Genies Yves Saint Laurent. Und ein szenografisches Konzept, das die Opulenz und Vielfalt der Haute Couture Entwürfe des 2008 verstorbenen Modeschöpfers feiert, der als einer der einflussreichsten Couturiers des 20.Jahrhunderts gilt. Fünfzig ausgewählte Roben treten dem Besucher aus pechschwarzer Finsternis effektvoll beleuchtet entgegen – auf Mannequins, die wie die Protagonisten eines Theaterstückes wirken.

Der dauerhafte Ausstellungsraum des Museums ist das Werk des französischen Architekten und Szenografen Christophe Martin. Er entwarf 2005 auf Wunsch von Pierre Bergé und Yves Saint Laurent selbst dessen Ausstellung „le smoking“, dem berühmten ersten Hosenanzug für Frauen gewidmet. Es folgten rund 15 weitere Projekte, bei denen alle eng zusammenarbeiteten. Mit der Schau im Yves Saint Laurent Museum in Marrakesch gibt er einen umfassenden Einblick in das Leben und Werk des Couturiers, der 1966 zum ersten Mal mit seinem Lebens- und Geschäftspartner Pierre Bergé nach Marokko kam und sich spontan entschied, ein Haus vor Ort zu kaufen. Die „rote Stadt" wurde zu seiner zweiten Heimat neben Paris – und zu seiner wichtigsten Inspirationsquelle. Christophe Martin wollte nun bewusst keine klassische Retrospektive inszenieren. Vielmehr vergleicht er den Gang durch den ganz in Schwarz gehaltenen Hauptausstellungsraum mit einer Reise durch Kopf und Geist des kreativen Genies – und vereint exemplarisch ausgewählte ikonografische Modelle aus vier Schaffensjahrzehnten (1961-2002) mit Schmuck und Accessoires zu einer schwelgerischen, bunten, vielschichtigen Schau.

Aus konservatorischen Gründen werden in regelmäßigen Abständen immer wieder andere Haute Couture Modelle aus der insgesamt über 3000 Stücke umfassenden Kollektion der Fondation Pierre Bergé präsentiert. So strapaziert man die filigranen Schönheiten jeweils nicht zu lange im Licht der Öffentlichkeit und Besuchermenge. Ebenfalls aus konservatorischen Gründen entschied man sich bei der Beleuchtung für LED. Akari-Lisa Ishii, die Lichtplanerin, die Christophe Martins szenografisches Konzept in LED-Lichtwerkzeuge von ERCO übersetzte, erläutert: „LEDs entwickeln kaum Wärme- und UV-Strahlung, ein sehr wichtiger Aspekt bei der Beleuchtung der empfindlichen und sehr wertvollen Textilien."

Mit Optec Konturenstrahlern randscharf ausgeleuchtete Exponate erzeugen eine Farbexplosion in der Black Box
Wer von der Straße aus durch den schmalen Gang zwischen Backsteinmauern und dem sonnendurchfluteten Eingangshof mit mannshohem YSL-Logo – nach Einbruch der Dämmerung wird es von zwei Beamer-Scheinwerfern effektvoll in Szene gesetzt – das Foyer des Museums betritt, wird rechter Hand zum Hauptausstellungsraum geleitet.

Hier empfängt ihn auf den ersten Blick völlige Finsternis. „Dieser Kontrast zwischen Hell und Dunkel, zwischen Außen und Innen war wesentlich bei der Gestaltung dieses Raumes“, so Christophe Martin. „Losgelöst von Umgebung und Tageszeit findet sich der Besucher hier in einem ganz anderen Universum wieder, in der Welt Yves Saint Laurents." Als Eyecatcher am Eingang scheint die mit zwei Optec LED-Konturenstrahlern akzentuierte berühmte „Robe Mondrian" von 1965 dem Besucher gleichsam aus dem Dunkeln entgegenzuschweben. Das Kleid setzt mit seiner Farbigkeit und Geometrie ein Ausrufezeichen in der Black Box. Die fünfzig hier auf Puppen ausgestellten Modelle sind zu thematischen Gruppen zusammengefasst, die die wichtigsten Sujets von Saint Laurents Schaffen illustrieren. Texturen, Stickereien, Rüschen und drapierte Stofflagen der Roben treten dank der akzentuierten Beleuchtung mit Optec Konturenstrahlern randscharf und plastisch hervor – selbst die der schwarzen Kleider auf schwarzem Grund.

Diese Art der Beleuchtung, die der Inszenierung etwas Dramatisches verleiht, verrät Christophe Martins Nähe zum Theater. Nach seinem Architekturstudium arbeitete er über 12 Jahre lang eng mit dem renommierten amerikanischen Regisseur, Theatermacher und Videokünstler Robert Wilson an Bühnenbildern für Oper und Theater zusammen. Sowohl für die Besucher von Oper und Theater als auch für die Besucher eines Museums ist hoher Sehkomfort außerordentlich wichtig. Die präzise ERCO LED-Lichttechnik ermöglicht innerhalb der Ausstellung diesen hohen Sehkomfort und vermeidet jegliche Blendung für die Besucher des Museums. „Licht ist für mich der wichtigste Baustein jeder Szenografie“, erklärt Christophe Martin. „Die perfekte Ausleuchtung der einzelnen Objekte innerhalb einer Ausstellung ist essentiell für die Wirkung der gesamten Inszenierung."




 
 

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