Die von Intendant Dr. Berndt Schmidt inszenierten "Grand Show"- und "Young Show"-Produktionen des Friedrichstadt-Palasts wechseln alle zwei Jahre. Das macht regelmäßige Investitionen in die technische Grundausstattung des Hauses notwendig. Diese ergänzt Thomas Herda bei Bedarf durch Zumietung von weiterem Material.
"Insgesamt haben wir im hauseigenen Licht-Rig aktuell fast 300 Scheinwerfer von Robe, darunter 54 Fortes, 22 Paintes, 80 Pointes, 17 MegaPointes, 75 TetraXs, 36 Tetra2s und 6 ColorStrobes", erläutert Thomas Herda. Der technische Direktor leitet eine Abteilung mit 85 festangestellten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, mit denen er neben den Grand Shows auch alle anderen Aufführungen umsetzt.
Die diesjährigen Neuanschaffungen für die Grand Show umfassen insbesondere 75 Robe TetraXs, die als animierte Effekt-Matrix an der Rückwand hinter einem transparenten LED-Screen eingesetzt werden und "visuell einen echten Überraschungseffekt darstellen", wie Lichtdesigner Chris Moylan erzählt. Ebenfalls neu sind 22 Paintes und 36 Tetra2s. Herda und Moylan sind ein gut eingespieltes Team: Thomas Herda ist seit 2017 im Palast tätig und seit 2020 Technischer Direktor. Chris Moylan entwirft seit der 2018er Grand Show "Vivid" das Lichtdesign.
Der Friedrichstadt-Palast hat mit 2854 qm bespielbarer Gesamtfläche die größte Theaterbühne der Welt, bietet mit 24 Metern eines der breitesten Bühnenportale Europas und ist mit 1895 Sitzplätzen seit 1984 der größte Theaterbau in Berlin. Die enorme Bühnenfläche stellt eine der größten Herausforderungen für jede Produktion dar, da man diese mit Performern, Licht und LED-Flächen ausfüllen muss. "Unser Budget ist zwar solide, aber nicht unbegrenzt. Jede eingesetzte Leuchte muss daher einen maximalen Mehrwert für die Grand Show liefern", so Herda.
Von den insgesamt bei "Blinded by Delight" eingesetzten 656 Scheinwerfer sind 468 Movinglights; der Rest besteht aus LED- und konventionellen Scheinwerfern. Als Chris Moylan seine Zusammenarbeit mit dem Palast begann, gab es dort eine Vielzahl unterschiedlicher Movinglights. "Ich habe diesen Bestand im Laufe der Jahre gestrafft und vereinheitlicht." Heute stammt ein Großteil von Robe. "Die Paintes sind kompakt und extrem flexibel in der Montage. Ich habe sie bereits häufiger eingesetzt, insbesondere auf Schiffen, wo Platz immer Mangelware ist", so Moylan.
Nach mehreren Vergleichen und Shootouts ersetzte Moylan weitere ältere Movinglights des Palasts durch Robe Fortes. "Der Forte hat die beste Farbwiedergabe, eine perfekte Optik, Weißdarstellung und Front - für mich ein hervorragendes All-in-One-Paket." Thomas Herda ergänzt, dass der Einsatz der Fortes und anderer neuer Robe-Scheinwerfer auch den Wartungsaufwand deutlich reduziert hat.
Die Pointes waren die ersten Robe-Scheinwerfer im Palast, so Herda, und seitdem wurde der Bestand stetig erweitert. Heute sind 80 Pointes permanent im Einsatz und werden durch 17 MegaPointes ergänzt. Für die aktuelle Grand Show sind die MegaPointes an den Bühnenseiten auf Wagen montiert und werden für bestimmte Szenen in Positionen im hinteren Bühnenbereich gefahren.
Ausgangspunkt für das Lichtdesign einer Grand Show ist in der Regel das Bühnen- bzw. Produktionsdesign, das für "Blinded by Delight" von Florian Wieder und Cuno von Hahn entworfen wurde. Regisseur und Autor Oliver Hoppmann war ebenfalls früh in das inhaltliche Briefing eingebunden. Außerdem kommt erstmals ein vollflächiger LED-Screen auf der Bühne zum Einsatz; dieser beeinflusste die Auswahl und Positionierung der Scheinwerfer zusätzlich.
Bei einer derart schnellen und hochdynamischen Inszenierung mit über 100 Mitwirkenden - darunter Akrobaten, Luftartisten, BMX-Stuntfahrer und die berühmte "Kickline"- muss das Licht zahlreiche Aufgaben erfüllen: Es unterstützt die Erzählung, beleuchtet die Darsteller, verstärkt Dramatik und Glamour und richtet sich nach den Wünschen mehrerer Choreografen in über 30 unterschiedlichen Szenen.
Abstände und Positionierungen der Scheinwerfer waren entscheidend, um die bis zu 40 Meter breite Bühne vollständig auszuleuchten, und mussten mit weiteren technischen Elementen wie PA, beweglichen Seiten-Screens und Set-Wagen abgestimmt werden. Die TetraX-Matrix fungierte dabei als moderne Interpretation einer klassischen Wall-of-Light und sorgte für einen zeitgemäßen, wenngleich monumentalen Studio-Look.
"TetraX ist ein vielseitiger Scheinwerfer, der Beam-, Blinder- und Wash-Effekte ebenso liefern kann wie Lichteffekte, wie man es aus einer Kameraumgebung kennt", erklärt Chris Moylan. Die Lösung sollte zudem mit dem transparenten Screen sowohl im ein- als auch im ausgefahrenen Zustand funktionieren. Ein vorab auf einer Clubtour durchgeführter Test bestätigte ihn in seiner Entscheidung für die TetraXs.
Im Palast sind die insgesamt 75 TetraXs an fünf beweglichen Rahmen montiert, die über spezielle Winden ein- und ausgeflogen und vollständig von der Bühne gefahren werden können. Bei eingeschalteten Scheinwerfern sind die Rahmen nahezu unsichtbar, sodass die riesige Wand aus bewegtem Licht wirkt, als würde sie frei im Raum schweben. Die Tetra2s sind entlang der Kanten der Seitenscreens montiert, bewegen sich manuell mit diesen Elementen und betonen so das vertikale Bühnenbild.
Zum Team von Chris Moylan gehörten Lichtprogrammierer und langjähriger Wegbegleiter Matthias Schöffmann und Videoprogrammierer Andreas Schindler. Insgesamt standen dem Team zur Umsetzung von "Blinded by Delight" acht Wochen vor Ort zur Verfügung.
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