04. November 2026

Die nächste Phase der Energiewende

Analyse der Oxford-Universität zeigt, dass 74 Prozent zirkulärer Beleuchtungsprojekte ökonomische Vorteile mit sich bringen – Signify hat im Vorfeld der 31. UN-Klimakonferenz (COP31) in Antalya eine detaillierte Analyse seiner Beleuchtungsprojekte vorgestellt. Die Analyse wurde vom „Circular Economy and Sustainability Lab“ der Universität Oxford und dem Verein „Academics for Circular Economy e.V.“ durchgeführt und von Signify unterstützt.

: Die nächste Phase der Energiewende: Analyse der Oxford-Universität zeigt, dass 74 Prozent zirkulärer Beleuchtungsprojekte ökonomische Vorteile mit sich bringen [Bild: Signify GmbH]

Die Forschenden untersuchten 50 Beleuchtungsprojekte, die auf zirkulären Ansätzen beruhen und in 37 Fällen einen Mehrwert in Bezug auf Wartung und Finanzierung mit sich bringen. Die Ergebnisse zeigen, dass die nächste Phase der Energiewende über reine Sparmaßnahmen hinausgehen muss, um Ressourcen, Infrastruktur und wirtschaftlichen Nutzen zu erhalten.



Den Sanierungsprozess neu denken
Krankenhäuser können nicht einfach eine Station schließen, um die Beleuchtung zu modernisieren und auch Flughäfen müssen den Betrieb während etwaiger Sanierungsarbeiten aufrechterhalten. In Tunneln ist der Austausch einzelner Komponenten oft mit kostspieligen Umbaumaßnahmen verbunden, die weit über den Einbau der Leuchten hinausgehen. Nichtsdestotrotz wird auch heute noch oft das gesamte System ersetzt, wenn die Technologie sich entsprechend weiterentwickelt.

Die Analyse empfiehlt eine Alternative: Prüfen, was bereits vorhanden ist, modernisieren, was verbessert werden muss und behalten, was noch funktioniert.

Die wichtigsten Erkenntnisse

Die Projekte erstreckten sich auf zehn Sektoren wie Krankenhäuser, Schulen, Flughäfen, Büros, Häfen, Tunnel und die kommunale Infrastruktur. Dabei gingen die zirkulären Ansätze mit folgenden Effekten einher:

 •   37 Projekte profitierten von geringeren Investitions- oder Instandhaltungskosten
 •   Bei 31 Projekten verlängerte sich die Lebensdauer der Anlagen
 •   Bei 26 Projekten konnten Materialien und Komponenten weiterverwendet werden
 •   Ausfallzeiten oder Betriebsstörungen konnten bei 23 Projekten vermieden werden
 •   Bei 20 Projekten war ein vollständiger Austausch der Anlage nicht notwendig

Insgesamt 36 Projekte konnten Energieeinsparungen vorweisen, die im Schnitt 59,5 Prozent betrugen.

„Innovation muss nicht automatisch mit einem vollständigen Austausch einhergehen“, sagt Mario Giordano, Global Head of Public & Government Affairs bei Signify. „Der wahre Maßstab für ein zirkuläres Erfolgsmodell ist die Fähigkeit, mit weniger neuen Ressourcen bessere Ergebnisse zu erzielen. Wenn Masten, Kabel, Gehäuse und andere Infrastrukturelemente noch ihren Zweck erfüllen, besteht die nachhaltigste Form der Modernisierung oft darin, auf dem aufzubauen, was bereits vorhanden ist.“


Die versteckten Kosten einer Komplettsanierung
Bei der Modernisierung der Beleuchtung geht es meistens um mehr als eine neue Lichtquelle. Die Installationen können Gehäuse, Treiber, Optik, Verkabelung, Steuerungen und Befestigungssysteme sowie Masten, Schränke und andere Infrastrukturelemente umfassen. Der Austausch einer gesamten Anlage kann bedeuten, dass funktionierende Komponenten entsorgt werden müssen und zusätzliche Kosten für Montage, Installation und Entsorgung entstehen.

Was das in Zahlen bedeuten kann, zeigt sich am Beispiel des Dublin Port Tunnels, in dem rund 1.800 Lichtpunkte innerhalb der bestehenden Infrastruktur modernisiert wurden. Signify schätzt, dass durch diesen Ansatz – im Vergleich zu einem vollständigen Austausch – etwa drei Millionen Euro gespart werden konnten.

Warum der Austausch nicht immer die beste Lösung ist
Zirkularität bedeutet nicht, Produkte und Anlagen so lange wie möglich zu behalten. Es bedeutet, die effektivste Lösung auf der Grundlage von Leistung, Kosten und dem Wert des Gesamtlebenszyklus zu bestimmen – sei es durch Reparatur, Nachrüstung, Wiederaufbereitung oder Austausch.

„Das ist kein Argument gegen den Austausch“, sagt Priya Saikumar, Doktorandin an der Universität Oxford. „Es ist ein Argument gegen die Annahme, dass der Austausch die einzige Lösung sei. Die klügere Frage lautet: Was müssen wir verbessern? Und was können wir behalten?“

Systemische Hindernisse überwinden
Die Analyse kommt zu dem Ergebnis, dass Hindernisse für zirkuläre Ansätze oft eher systemischer als technischer Natur sind. Produktdesign, eingeschränkter Zugang zu Ersatzteilen und Reparaturinformationen sowie Lücken bei der Finanzierung, den Eigentumsverhältnissen, den Daten und dem Fachwissen können die Skalierung tragfähiger Lösungen beeinträchtigen. Eine auf Anschaffungskosten fokussierte Modernisierungsstrategie sowie begrenzte Kanäle zur Wiederverwendung und Rücknahme können weitere Hindernisse darstellen.

Um diese Hindernisse zu überwinden, fordert der Bericht eine stärkere Zusammenarbeit zwischen Industrie und Politik sowie Beschaffungskonzepte, die den Wert über den gesamten Lebenszyklus, die Aufrüstbarkeit und den Erhalt der Infrastruktur berücksichtigen.

„Aus diesem Grund hat Signify mit ‚Signify Circle‘ ein Programm ins Leben gerufen, das die im Whitepaper dargelegten Prinzipien der Kreislaufwirtschaft in die Praxis überträgt. Es vereint kreislauforientiertes Design, Ersatzteile, Erweiterungs-Kits, Lebenszyklusoptimierung und ‚Light-as-a-Service‘, um die Nutzungsdauer von Beleuchtungsprodukten und -komponenten zu verlängern und ihren Wert zu erhalten“, so Mario Giordano. „Durch die Bündelung dieser Elemente bietet Signify Endnutzer*innen und Planer*innen einen klareren Rahmen für die Auswahl von Lösungen, die sich nicht nur über ihre Produkteigenschaften, sondern auch darüber definieren, wie sie gestaltet, gewartet, aufgerüstet und über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg genutzt werden können.“


Auf die Energieeffizienz folgt die Ressourceneffizienz
Dass sich die Umrüstung auf LED-Beleuchtung positiv auf die Energieeffizienz auswirken kann, ist allgemein bekannt. Die nächste Chance besteht darin, Ressourcen effizienter zu nutzen: die Lebensdauer von Anlagen zu verlängern, den Bedarf an Rohstoffen zu senken und den Wert der bestehenden Infrastruktur so zu erhalten.

Angesichts der weltweit voranschreitenden Elektrifizierung gibt die Beleuchtung eine klare Richtung für die Modernisierung vor: Um eine bessere Leistung zu erzielen, muss nicht immer das gesamte System ausgetauscht werden.

Die gesamte Studie können Sie hier einsehen und herunterladen.




 
 

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