01. April 2020

Projekt des Monats
April 2020

Alte Pinakothek - Authentische Pracht in modernem Licht

Die Alte Pinakothek unter die architektonischen Fittiche bekommen – das ist eine Ehre und eine Herausforderung gleichzeitig. Die Aufgabe: Beleuchtung und Energieverbrauch der Gegenwart anpassen und dabei die besondere Aura des von Leo von Klenze als Tageslichtmuseum konzipierten Gebäudes nicht beschädigen. Doch wie lässt sich das realisieren, ohne die Ursprünglichkeit des Gebäudes zu verfälschen?

Eingangshalle II - An der frischen und trotzdem authentischen Ausstrahlung des Bauwerks hat das neue Beleuchtungssystem einen großen Anteil. Speziell entworfene Leuchten illuminieren auf angenehme Weise das großzügige Foyer mit seinen geschlemmten Wänden, dem hellen Jura-Kalkstein-Boden und die durch die Halle flanierenden Besucher [Bild: Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Fotograf: Haydar Koyupinar]

Eingangshalle I - Aus dem üblichen Betrachtungswinkel sind die Leuchten nicht sichtbar, da sie in die Unterzüge des Baus integriert wurden. Dies wurde durch eine besondere Linsentechnologie ermöglicht. Dadurch konnte auf die sonst gebräuchlichen silberfarbigen Reflektoren verzichtet werden, wodurch das Auge des Betrachters kaum abgelenkt wird [Bild: Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Fotograf: Haydar Koyupinar]

Blick in die große Eingangshalle der Alten Pinakothek. Ausstrahlung und Anmutung wurden durch das neue Lichtkonzept optimiert. Dank rechtzeitiger, sehr sorgfältiger Planung konnten die Umbaumaßnahmen innerhalb eines Jahres durchgeführt werden, ohne dass dafür der laufende Betrieb unterbrochen werden musste [Bild: Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Fotograf: Haydar Koyupinar]

Garderobe - Neben dem weiträumigen Foyer wurden auch die Garderoben- und Schließfachbereiche denkmalgerecht renoviert und neu möbliert. Dank gekonnter Zusammenarbeit von Architekten und Lichtplanern präsentiert sich die Alte Pinakothek nun seit 2018 in neuer, stilgerechter Atmosphäre [Bild: Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Fotograf: Haydar Koyupinar]

Garderobe - Neben dem weiträumigen Foyer wurden auch die Garderoben- und Schließfachbereiche denkmalgerecht renoviert und neu möbliert. Dank gekonnter Zusammenarbeit von Architekten und Lichtplanern präsentiert sich die Alte Pinakothek nun seit 2018 in neuer, stilgerechter Atmosphäre [Bild: Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Fotograf: Haydar Koyupinar]

Der absichtlich karge Wiederaufbau des Jahres 1957 durch den Architekten Hans Döllgast wurde erhalten – die Beleuchtung aber neu gedacht. Hier haben die Lichtplaner von Peter Andres eine künstliche Beleuchtung in tageslichtähnlicher Lichtfarbe mit bis zu 800 lx installiert. Diese gleicht sich an die Tageslichtverhältnisse im gegenüberliegenden Bereich an und verhindert so eine Überblendung durch zu starkes Gegenlicht [Bild: Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Fotograf: Haydar Koyupinar]

Windfang/ Garderobe - Das Ziel für die Alte Pinakothek: Die Realisierung eines vielfältigen und dazu noch steuerbaren Lichtsystems, das sich gegenüber der Architektur maximal zurücknimmt und in Zusammenspiel mit dem neuen Mobiliar Hans Döllgasts Handschrift, die im ganzen Haus sichtbar ist, wieder deutlicher betont[Bild: Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Fotograf: Haydar Koyupinar]

Genau dafür haben sich die Planer von Sunder Plassmann Architekten mit den Lichtexperten von Peter Andres aus Hamburg zusammengetan. Denn die wussten: Hier wird ein umsichtiges, denkmalgerechtes Lichtkonzept gebraucht, das sowohl die kostbaren Exponate als auch die denkmalgeschützte Gemäldegalerie stilsicher inszeniert.


Historische Gebäude und Denkmäler haben für die Menschen nicht nur einen ästhetischen, sondern auch einen geschichtlichen und kulturellen Wert. Daher ist der Erhalt der Authentizität bei Modernisierungsmaßnahmen besonders wichtig. Gerade die Modernisierung und Klärung der Erdgeschossräume der Alten Pinakothek erforderte viel Fingerspitzengefühl, da die kritische Rekonstruktion von Hans Döllgast, der die Kunstgalerie nach dem Zweiten Weltkrieg wiederaufgebaut und dabei die Versehrungen des Gebäudes deutlich gelassen hatte, unbedingt sichtbar bleiben sollte.

Gemeinsam mit Peter Andres Lichtplanung haben die Bauspezialisten von Sunder Plassmann Architekten, die für die architektonische Planung der Modernisierung zuständig waren, deshalb bereits bei der Konzeption die wichtigsten Attribute der Pinakothek behutsam herausgearbeitet und so eine denkmalgerechte Umgestaltung ermöglicht.

Zurückhaltendes Licht mit großer Wirkung
„Unser Ziel: Die Realisierung eines vielfältigen und steuerbaren Lichtsystems, das sich gegenüber der Architektur maximal zurücknimmt und Hans Döllgasts Handschrift wieder deutlicher betont“, erklärt Katja Schiebler, die im Lichtplanungsbüro Peter Andres u. a. an der Entwicklung individueller Lichtsysteme mitwirkt. „Sorgfältige und rechtzeitige Planung war dabei besonders wichtig. Schließlich sollten wir die gesamte Umgestaltung in nur einem Jahr bei laufendem Betrieb verwirklichen. Wir haben uns dieser Aufgabe aber sehr gerne gestellt, denn wir konnten hier zeigen, was mit der richtigen Lichtplanung möglich ist.“

An der frischen und trotzdem authentischen Ausstrahlung des historischen Bauwerks hat das neue Beleuchtungssystem der Hamburger Lichtplaner einen entscheidenden Anteil. Speziell entworfene Leuchten illuminieren auf angenehme Weise das großzügige Foyer mit seinen geschlemmten Wänden, dem hellen Jura-Kalkstein-Boden und die durch die Halle flanierenden Besucher. Aus dem üblichen Betrachtungswinkel sind die Leuchten nicht sichtbar, da sie in die Unterzüge des denkmalgeschützten Baus integriert wurden. Dies wurde durch eine besondere Linsentechnologie ermöglicht, die eine hochgradige Abschirmung gewährleistet, sodass alle metallischen Leuchtoberflächen in der gewünscht dunklen, zurückhalten Farbigkeit erscheinen. Dadurch konnte auch auf die sonst gebräuchlichen silberfarbigen Reflektoren verzichtet werden, wodurch das Auge des Betrachters kaum abgelenkt wird, sodass Kunst und Architektur weiterhin im Mittelpunkt stehen können. Auch die Zugänge und Loggien, Kabinette und Schülergarderoben sowie der Windfang, die Garderobe, der Schließfachbereich und die Waschräume wurden mit der neuen Lichttechnologie ausgestattet.

Das durch Lichtführung unterstützte Leitsystem, dessen typografische Gestaltung auf einem Entwurf von Hans Döllgast basiert, wurde von den Lichtspezialisten rücksichtsvoll erneuert, die bisher verwendeten Leuchtstofflampen durch Diffusleuchten auf LED-Basis ersetzt.

In der Eingangshalle, der Döllgast seinerzeit eine große, lichtdurchflutete Treppenanlage angegliedert hatte, haben die Lichtplaner von Peter Andres eine künstliche Beleuchtung in tageslichtähnlicher Lichtfarbe mit bis zu 800 lx installiert. Diese gleicht sich an die Tageslichtverhältnisse im gegenüberliegenden Bereich an und verhindert so eine Überblendung durch zu starkes Gegenlicht. Gegen Abend reduziert die tageslichtabhängige Regelung das Licht auf ein niedrigeres Niveau und schafft eine warme Lichtatmosphäre. Bei Veranstaltungen kann das Licht an die Bedürfnisse angepasst werden.




 
 

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