08. März 2019

MA Lighting, Robert Juliat und Major für die Elbphilharmonie

Im Januar 2017 wurde die Hamburger Elbphilharmonie nach einem Entwurf des Schweizer Architekturbüros Herzog & de Meuron feierlich eröffnet. Damit begann ein neues Kapitel in der Geschichte der Wahrzeichen der Hansestadt. Denn bereits ein Jahr später hat sich die Elbphilharmonie den Platz unter den Top-Häusern der Welt gesichert und ist zum Pflichtprogramm jedes Hamburgreisenden geworden. So wundert es nicht, dass in der Saison 2017/ 2018 nahezu 900.000 Besucher bei 700 Veranstaltungen gezählt wurden.

NDR Elbphilharmonie Orchester. Dirigent Thomas Hengelbrock, Sopran Hanna-Elisabeth Müller, Alt Wiebke Lehmkuhl, Countertenor Philippe Jaroussky, Tenor Pavol Breslik und Bassbariton Sir Bryn Terfe [Bild: Michael Zapf]

Das Gebäude besitzt aber nicht nur eine prägnante Architektur, unter dessen Dach sich sowohl die beiden Konzertsäle (Großer und Kleiner Saal) sowie ein 244 Zimmer großes Hotel und 45 exklusive Privatwohnungen befinden, sondern ist in allen Bereichen auch mit professioneller Technik ausgestattet. Neben MA Lighting finden sich daher im Licht-Equipment auch Robert Juliat und Major.



Mike Neumann, Meister für Veranstaltungstechnik (Lichttechnik), an der Elbphilharmonie erklärte: „Der Große Saal mit seinen 2.100 Plätzen und der kleine Saal mit 550 Plätzen sind in erster Linie für die perfekte Akustik konzipiert worden. Die Lichttechnik war in den Anfangsphasen der Planung eher untergeordnet betrachtet worden. Wir haben das aber deutlich anpassen können und sind daher jetzt mit grandMA2 Pulten für beide Bereiche auf höchstem, technischem Stand unterwegs. Das gibt uns nicht nur die Möglichkeit, Netzwerkfunktionalitäten wie Back-up Lösungen und vernetzte Steuerungen, zum Beispiel Zugriff auf das Hauslicht, zu verwenden, sondern lässt uns auch Luft nach oben für zukünftige Anforderungen.“

Für MA hat all das gesprochen, was sich der Hersteller in den vergangenen Jahrzehnten als Ruf aufgebaut hat“, führte Neumann weiter aus, „Zuverlässigkeit, Bedienkomfort und wir sind immer auf dem Stand der Technik. Mit unseren Pulten hatten wir so gut wie nie Probleme – und das bei rund 600 Produktionen im Jahr. Gab es doch einmal ein Problem, konnten wir uns zu 100 Prozent auf den Lightpower Support verlassen.“

In Summe besteht das System aus: 1 x grandMA2 light, 1 x grandMA2 light SV (Silent Version), 1 x MA onPC fader wing, 1 x grandMA2 onPC (19“ Fileserver) und 2 x MA 4Port Node für den Großen Saal; 1 x grandMA2 light, 1 x grandMA2 light SV (Silent Version), 1 x MA onPC fader wing, 1 x grandMA2 onPC (19“ Fileserver) und 2 x MA 4Port Node im Kleinen Saal sowie 1 x MA onPC command wing, 1 x MA onPC fader wing und 1 x MA 2Port Node im Kaistudio 1, das ebenfalls im Gebäude untergebracht ist.

Matthias Baumgartner, der ebenfalls in der technischen Projektleitung der Elbphilharmonie arbeitet, fügte hinzu: „Wir arbeiten hier mit unterschiedlichsten Protokollen, unter anderem MA-Net2, Art-Net und sACN. Ein Beispiel, wie wir das Netzwerk nutzen ist, dass wir beim Kleinen Saal das Licht aus dem Backstage-Bereich über ein MA onPC command wing steuern, während die grandMA2 light als Back-up dient. So kann das Licht direkt den Anforderungen für eine TV-Aufzeichnung oder -Übertragung angepasst werden. Auch die LED-Beleuchtung im Foyer lässt sich in die Lichtstimmung einbinden, um ein Gesamtkonzept in den und außerhalb der Säle zu haben.

Grundlegend verteilen wir im Haus die Steuersignale mittels MA-Net2 Protokoll“, so Baumgartner weiter. „An den MA xPort Nodes fällt dann für die Fixtures das DMX-Signal an. Für den Back-up-Fall verteilen wir die Signale auf einem zweiten Weg als sACN Protokoll. Unsere Dimmer-Anlage verarbeitet beide Signalarten und sollte eine Quelle fehlen, gibt es die zweite unabhängige Signalart. Für unsere reguläre Hauslichtsteuerung ist im Haus ein komplexes KNX Bussystem verbaut. Damit beide Welten miteinander sprechen können, nutzen wir ergänzend noch Art-Net zur Kommunikation und zum Werteabgleich. Alle Signale werden in einem redundanten Netzwerk über separate V-LAN übertragen.“

Von Robert Juliat nutzen wir unter anderem drei Victor Verfolger und 36 714 SX2 Zoom-Profilscheinwerfer“, erläuterte Neumann. „Robert Juliat ist sicherlich eines der traditionsreichsten Unternehmen im Bereich Theater und weiß sehr genau, welche technischen Voraussetzungen sie für den Einsatz in unserem Bereich vorsehen müssen. Ich bin von der Qualität ihrer Produkte überzeugt.“

Gleiches gilt für die Major Produkte, die wir hier einsetzen. Insbesondere das Major Direct Erdungssystem kommt an allen relevanten Stellen bei uns im Haus zum Einsatz. Seine Robustheit und Zuverlässigkeit garantieren uns dauerhaft sichere Verbindungen. Besonders gut hat uns auch gefallen, dass Major alle Kabel des Erdungssystems Direct in jeder Länge konfektionieren konnte und wir so für jedes Problem in diesem Bereich eine passende Lösung finden konnten.

Zum Abschluss berichtete Neumann: „Die Elbphilharmonie ist ein sehr komplexes Gebäude. Viele Vorgaben die wir hier erfüllen müssen, sind einzigartig und haben uns in der Planungsphase vor große Herausforderungen gestellt. Unser Ziel war es, die Beleuchtung so zu gestalten, dass sie sich so flexibel wie möglich nutzen lässt und parallel den extrem hohen Vorgaben im Bereich geringe Laustärke, Brandschutz und Personenschutz gerecht wird. Wir haben bereits große Schritt gemacht und können heute behaupten, dass wir sehr vielen, wenn auch nicht allen, Projektanforderungen gerecht werden können. Das verdanken wir natürlich auch unserem gesamten Team, das wirklich großartige Arbeit leistet und in der Lage ist, quasi über Nacht, von einem Großprojekt zum anderen zu wechseln.“

Zur Lichttechnik der Elbphilharmonie gehören Mike Neumann und Matthias Baumgartner sowie ein rund 25-köpfiges Team, das sich um alle technischen Anforderungen im Konzertbetrieb kümmert.




 
 

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