Die Linie wird zum Gestaltungselement - Ähnlich der charakteristischen Bodenmarkierungen in Hallen und Stadien ziehen sich lange Linien wie ein Faden durch das neu geordnete Ensemble der Freiburger Turnerschaft von 1844. Dabei spannt sich ein neuer baulicher Einschub von der Zufahrt an der Schwarzwaldstraße bis zu den nördlich gelegenen Rasenplätzen zur Dreisam hin. Das ab den 1960er-Jahren heterogen gewachsene Bestandsensemble erhält damit eine städtebauliche Aufwertung sowie neu formulierte Schauseiten, die das Vorhandene schlüssig ergänzen.
Verbindende Linien
Der zweigeschossige Neubauriegel verbindet die bestehenden Hallengebäude und führt die Besucherinnen und Besucher durch ein langes Foyer in die unterschiedlichen Bereiche des Sportparks. Im Obergeschoss befinden sich die Verwaltung und ein neues Fitnessstudio, im Erd- und Untergeschoss ergänzen Sporträume, Umkleiden und Nebenräume das Angebot.
Auch nach außen prägen Linien und Übergänge den Entwurf. Der Neubau kragt zur Dreisam hin leicht aus der bestehenden Gebäudekante aus, während Tribüne und Terrasse die Verbindung zu den Rasenplätzen herstellen. Fensterbänder, Weißbeton und lineare Fassadendetails greifen die sportliche Nutzung des Gebäudes auf. Dieses Spiel mit Linien setzt sich im Inneren mit den maßgeschneiderten Lichtkanälen von luxwerk fort.
Ausgezeichnetes Innenraumkonzept
Im Inneren zeigt sich der Umgang mit sportlichen Motiven auf vielfältige Weise. Die neue Verwaltungsebene präsentiert sich als offene, luftige und helle Arbeitszone, die sich flexibel an die unterschiedlichen Bedürfnisse der Vereinsmitarbeitenden anpassen lässt. Besonders dynamisch wirkt die Lamellenverkleidung an Wänden und Decken. Gemeinsam mit Sprossenwänden und weiteren Zitaten aus dem Turn- und Vereinssport verleiht sie den Räumen eine eigenständige Identität. Passend fügen sich die scheinbar endlosen weißen Linien und leuchtenden Streifen in das Innenraumkonzept ein. Sie führen als präzise gesetztes, expressives Motiv durch Foyer, Treppenhäuser, Flure, Umkleiden und Büros.
Der Callwey Verlag würdigte die Innenarchitektur mit einer Anerkennung beim Wettbewerb „Best Workspaces 2026“. Sie forme „eine beispielgebende Komposition aus tradierten Identifikationsmerkmalen des Turnsports, bedeutungsvollen Materialien und Farben und stilsicherer und authentischer Einrichtung, die regelrecht begeistert“, erklärt die Jury.
Lichtlösungen nach exakter Maßgabe
Nach dem Lichtkonzept der Architekten realisierte luxwerk rund 200 Meter maßgeschneiderte Lichtkanäle mit zahlreichen Schnittstellen und Eckausführungen. Die Kanäle wurden millimetergenau in Aussparungen in Beton und Trockenbau eingesetzt. Die Vorgaben sahen eine mit lediglich 50 Millimetern besonders flache und 100 Millimeter breite Lichtlösung vor. Gleichzeitig sollte die opale Abdeckung für eine durchgehend homogene Lichtwirkung ohne sichtbare Schattenbildung sorgen.
Für das Projekt entwickelte luxwerk ein neues Alu-Strangpressprofil, das je nach Einbausituation sowohl als Anbau- als auch als Einbausystem montiert werden kann. Die genauen Profillängen mussten nach dem Aufmaß exakt vorgefertigt werden, da nachträgliche Änderungen an den vorkonfektionierten und anschlussfertig gelieferten LED-Modulen kaum möglich gewesen wären. Besonders anspruchsvoll war die präzise Ausführung der zahlreichen Übergänge vom Boden zur Wand und von der Wand zur Decke. Nahezu jede Lichtlinie trifft in einem anderen Winkel auf die angrenzende Fläche. Entsprechend mussten die Lichtkanäle mit jeweils individuellen Anschnitten gefertigt werden.
„Die besondere Herausforderung lag nicht allein in der Länge der Lichtlinien, sondern vor allem in ihren zahlreichen Übergängen“, erklärt Oliver Ost, Architekt und Lichtberater bei luxwerk. „Fast jeder Anschluss hatte einen individuellen Winkel. Deshalb mussten wir sämtliche Profile und LED-Module nach dem Aufmaß präzise vorfertigen und montagefertig auf die Baustelle liefern.“
Bereits bei der New-Work-Experimentierfläche für Dr. Falk Pharma hatten dörr Architekten und luxwerk gemeinsam eine projektspezifische Lichtlösung umgesetzt. Aufgrund der besonderen Anforderungen und zahlreichen Ausführungsdetails setzten die Planenden auch beim Sportpark erneut auf die Erfahrung des Sonderleuchtenspezialisten aus dem Breisgau. Mit der realisierten Lichtlösung zeigen sich sowohl die Planenden als auch die Nutzenden sehr zufrieden.
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