06. November 2025

Ausstellungseröffnung im Lichtforum Dornbirn

Vordenkerinnen auf dem Posium – Anna Heringer und Otobong Nkanga im Gespräch – Anna Heringer nutzt Architektur als Hebel für Entwicklung, gilt als Vorreiterin des nachhaltigen Bauens. Für die Zumtobel Group hat die deutsche Architektin den diesjährigen Geschäftsbericht gestaltet. Sie teilt darin sehr persönliche Einblicke und fokussiert ihre Themen Lehm und Textiles, wirft gezielt Licht auf Menschen, Herausforderungen und Lösungen, die zu wenig sichtbar sind.

Die das Buch begleitende Ausstellung „Licht – die natürliche Kraft, die Dinge sichtbar macht“ im Dornbirner Lichtforum der Zumtobel Group zeigt die wunderbaren Sari-Decken und bestickten Stoffe von Dipdii Textiles, dessen Co-Initiatorin Anna Heringer ist, aus dem Dorf Rudrapur im Norden von Bangladesch [Bild: Nina Bröll]

Durch das Podiumsgespräch mit der deutschen Architektin Anna Heringer (links) und der aus Nigeria stammenden bildenden und Performance-Künstlerin Otobong Nkanga (Mitte) führte Lilli Hollein, Generaldirektorin des Wiener Museums für angewandte Kunst (MAK) [Bild: Nina Bröll]

Die das Buch begleitende Ausstellung „Licht – die natürliche Kraft, die Dinge sichtbar macht“ im Dornbirner Lichtforum der Zumtobel Group zeigt die wunderbaren Sari-Decken und bestickten Stoffe von Dipdii Textiles, dessen Co-Initiatorin Anna Heringer ist, aus dem Dorf Rudrapur im Norden von Bangladesch [Bild: Nina Bröll]

In Anlehnung an die Themen Lehm und Textiles von Anna Heringer greift die besondere Lehmwand mit ihrem Relief in der Ausstellung das Motiv des Buchcovers auf: die „Erd-Sonne“. Sie ist in gemeinschaftlicher Arbeit von Anna Heringer mit Team im Hause des Vorarlberger Lehmpioniers Martin Rauch in Schlins entstanden [Bild: Nina Bröll]

Modell in der Ausstellung von „Anandaloy“ (zu Deutsch: Ort der unbändigen Freude), Zentrum für Menschen mit Behinderung und Dipdii Textiles Studio in Rudrapur, Bangladesch. (Architektur Anna Heringer) [Bild: Nina Bröll]

Am Abend des 30. Oktober 2025 wurde zur Präsentation der Publikation sowie Ausstellungseröffnung in das Dornbirner Lichtforum der Zumtobel Group geladen. Durch das Podiumsgespräch mit Anna Heringer und der aus Nigeria stammenden bildenden und Performance-Künstlerin Otobong Nkanga führte Lilli Hollein, Generaldirektorin des Wiener Museums für angewandte Kunst (MAK).



„Mit dem Buch, der Ausstellung und auch dem Gespräch heute Abend möchte ich das Vertrauen der Menschen in sich selbst, in ihre eigene Wirksamkeit stärken. Zu sagen, ich glaube an die Wirkung, die ich erzielen kann, und ich vertraue meinem Herzen und meinem Bauchgefühl. Wenn ich meiner Leidenschaft und meinen Talenten folge, dann öffnet mir das Leben Türen. Es würde keinen Sinn machen, für etwas geschaffen zu sein und nicht die Chance zu bekommen, es zu leben. Meine Hoffnung ist, dass wir diesen kleinen Anstoß bekommen, darauf zu vertrauen, dass das Leben für uns sorgt, wenn wir uns um unseren schönen Planeten und umeinander kümmern.“ Anna Heringer, Architektin, Aktivistin und Gestalterin des diesjährigen Geschäftsberichts der Zumtobel Group.

Panelgespräch inspiriert von Buchtitel
Nach Begrüßung der rund 350 Gäste durch Schirmherrin Isabel Zumtobel, Director Arts & Culture der Zumtobel Group, wurde das Podiumsgespräch vom Titel des Buches „Licht – die natürliche Kraft, die Dinge sichtbar macht“ inspiriert. Anna Heringer hegt tiefes Interesse an der nachhaltigen Entwicklung unserer Gesellschaft und gebauten Umwelt, daran, wie man durch Prozesse soziale Strukturen schaffen kann. Sie ist zudem Co-Initiatorin von Dipdii Textiles, einer Frauenkooperative für faire Mode und Textilkunst in Bangladesch. Die international etablierte Künstlerin Otobong Nkanga schafft seit den späten 1990er-Jahren ausdrucksvolle und visuell eindrucksvolle Werke, in denen sie sich mit Themen rund um Ökologie sowie der Beziehung zwischen Körper und Erde auseinandersetzt. Beide Frauen haben zahlreiche renommierte Auszeichnungen gewonnen, jedoch geht es ihnen nicht um Prestige. Beiden ist soziales Engagement extrem wichtig und beide sind fasziniert von der Schönheit des Materials Lehm. Und beide wollen mit ihrer Arbeit Bewusstsein schaffen und Veränderung inspirieren.

„Ich wünsche und hoffe, dass wir verstehen, wir alle haben eine gewisse Kraft, Dinge zu verändern. Egal was passiert, wie dunkel eine Situation sein mag, wir sind von Licht umgeben – von der Sonne, die auf uns herabstrahlt, vom Licht aus dem Kern des Planeten, dem Feuer, das unter uns brennt. Wir selbst haben dieses Feuer und dieses Licht in uns. Das ist etwas Besonderes – und dieses Licht lässt uns durchhalten, zielgerichtet und bewusst handeln.“
 Otobong Nkanga, Bildende und Performance-Künstlerin.

Buch reflektiert Philosophie Anna Heringers
Das Buch – gestaltet mit Angelika Mathis, Designstudio AM Gestalten – reflektiert die Lebendigkeit, die Sinnlichkeit und den nachhaltigen Aktivismus von Anna Heringer, ihrer Architektur sowie ihrer Arbeit mit Dipdii Textiles, einem Herzensprojekt zur Unterstützung von Frauen, Textilkunst und nachhaltiger Entwicklung in Bangladesch. So stellte sie sich wie bei all ihren Arbeiten zu Beginn des Buches die Frage: „Wer soll davon profitieren, wer gestärkt werden?” In diesem Sinne unterstützen das Buch und die begleitende Ausstellung die Frauen von Dipdii und ihre Familien, „auf dass dem Wunsch und Sehnen nach Lichtblicken konkrete positive Wirkung folgt.“

Ausstellung im Lichtforum in Dornbirn
Die laufende Ausstellung transformiert das Buch in eine räumliche Erfahrung: Zu sehen sind die wunderbaren Sari-Decken und bestickten Stoffen von Dipdii Textiles aus dem Dorf Rudrapur im Norden von Bangladesch sowie die besondere Lehmwand, die das Motiv des Buchcovers – die „Erd-Sonne“ als Relief – aufgreift und in gemeinschaftlicher Arbeit im Hause des Vorarlberger Lehmpioniers Martin Rauch entstanden ist.




 
 

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