Mit einer erweiterten Kooperation veranschaulichen die Unternehmen, worauf ihre tiefe Verbundenheit und Nähe zueinander gründet: Der Anspruch, hochwertiges Design zu schaffen, das die Bedürfnisse des Menschen in den Mittelpunkt stellt, seine Lebensqualität verbessert und dabei ökologische Verantwortung konsequent berücksichtigt. Vergangenen Herbst etwa wurde die Sonderedition Color Matt herausgebracht.
Sie versammelt mehrere Produktklassiker von Artemide und Danese Milano, die einander ästhetisch wunderbar ergänzen und sich durch eine Reihe bunter, matter Farben optimal aufeinander abstimmen lassen. Ikonen wie Dalù, Tolomeo Micro und Nessino von Artemide sowie Timor und Dedalo von Danese Milano entfalten in Blau-, Grün-, Gelb- und Violetttönen ihre einmalige visuelle Wirkung. 2026 kam der samtige Rotton Ruby Red hinzu. Artemide Deutschland hat zudem den Vertrieb der Danese-Produkte in der DACH-Region und in Osteuropa übernommen.
Wegbereiter italienischer Designkunst
Wie die gestalterische Nähe der beiden Designpioniere entstanden ist, zeigt sich auch in der Geschichte von Danese Milano. Diese fällt mit der Renaissance des italienischen Designs zusammen, das schon bald Weltruhm erlangen sollte: Im von wilder Kreativität durchdrungenen Mailand der Nachkriegsmoderne wurde das Unternehmen Ende der 1950er-Jahre von Bruno Danese und seiner Frau Jacqueline Vodoz gegründet, wobei Franco Meneguzzo die Gründungsphase unterstützte. Ihr gemeinsames Ziel war es, Kunst und Design in einem Projekt zu vereinen, das sowohl einen kulturellen als auch industriellen Anspruch verfolgt.
Es sollte ein Kreativlabor werden, immer auf der Suche nach funktionalen und ästhetischen Lösungen für eine sich wandelnde Gesellschaft. Immer im Zentrum: die Bedürfnisse und Wünsche des Menschen sowie der respektvolle Umgang mit seinem Intellekt. Bruno Munari und Enzo Mari waren maßgebliche Impulsgeber dieser Entwicklung: Mit ihren wegweisenden Entwürfen schufen sie Produkte, die alltägliche Gebrauchsgegenstände in zeitlose Designobjekte verwandelten und prägten damit die gestalterische Ausrichtung des Unternehmens genauso nachhaltig wie die italienische Designgeschichte.
Formale Klarheit und praktische Raffinesse
In dieser ersten, von großer Aufbruchstimmung begleiteten Anfangsphase entstanden bereits zahlreiche Klassiker, die den späteren Weltruhm von Danese Milano begründeten. Dazu gehören Enzo Maris 16 Animali: Elefanten, Nashörner, Giraffen und Flusspferde aus Eichenholz fügen sich hier wie Puzzleteile zusammen, können aber auch einzeln zum Spielen benutzt werden, was die stilisierten Figuren zu einer außergewöhnlichen Mischung aus Spielzeug und Kunstwerk macht. Von Enzo Mari stammt auch Timor: ein ewiger Tischkalender mit fächerförmig angeordneten PVC-Lamellen und außergewöhnlich klarer Typografie, der mit seinem markanten Minimalismus als archetypisch für Maris Ansatz gelten kann, Dinge so simpel und funktional wie möglich zu gestalten.
Ebenso prägnant: der Schirmständer Dedalo von Emma Gismondi Schweinberger. Er besteht aus einem zylindrischen Körper, dessen Oberseite von einem regelmäßigen Raster kreisförmiger Öffnungen durchbrochen wird. Sie dienen nicht nur als grafisches Gestaltungselement, sondern halten einzelne Schirme geordnet in aufrechter Position. Die Kombination aus strenger Geometrie und spielerischem Lochmuster verleiht dem Objekt eine starke visuelle Identität. Cubo von Bruno Minari zeigt auf ähnliche Weise, wie aus einem Gebrauchsgegenstand ein Designobjekt werden kann: Die radikal einfache Würfelform des Aschenbechers steht bis heute für die Verbindung von formaler Klarheit und praktischer Raffinesse, die Danese Milano berühmt gemacht hat.
Blick nach vorn, Blick zurück
In den 1970er-Jahren erweiterte Danese Milano sein Gestaltungsfeld: Man wollte, auch Büroaccessoires, Möbeldesign, Kunstgrafiken, Leuchten und vieles mehr nicht länger veralteten Stereotypen überlassen, sondern sie zum Forschungsfeld für revolutionäres Produktdesign machen. In diese Zeit fiel die Entscheidung, die Marke verstärkt auf Fachmessen und international in Monobrand-Stores zu präsentieren: Damit einher ging ein hoher Anspruch an die Inszenierung der Produkte, was Danese Milano noch einmal näher an die Welt der Kunst rückte und die Entwürfe zu stilbewussten Alltagsikonen machte.
Die 1980er-Jahre warteten wiederum mit innovativen Fertigungstechniken und experimentellen Entwürfen auf, aber auch mit veränderten gesellschaftlichen Kontexten, die es zu ergründen galt. Gleichzeitig begann das Unternehmen, sein künstlerisches Erbe gezielt zu bewahren: Die 1990 gegründete Vodoz-Danese-Stiftung kuratiert bis heute Ausstellungen weltweit und verleiht regelmäßig Danese-Klassiker an renommierte Kunstmuseen in Mailand, Paris, Rom oder Japan.
Eine neue Ära
Am Ende des Jahrhunderts stand für Danese Milano schließlich der Beginn einer ganz neuen Ära: 1999 erwarb Carlotta de Bevilacqua das Unternehmen und übernahm die Position der CEO. Unter der künstlerischen und strategischen Leitung der Designerin und Architektin, schon damals eine einflussreiche Persönlichkeit bei Artemide, rückte Danese Milano nah an den berühmten Leuchtenhersteller aus Pregana Milanese heran. Ihr Engagement entfachte einen Innovationsschub, der das gesamte Unternehmen durchdrang, wobei besonders technologische Neuerungen, etwa im Bereich der Lichttechnik, in den Mittelpunkt rückten.
Gleichzeitig etablierte sie ökologische Nachhaltigkeit als zentrales Leitprinzip der Produktentwicklung. De Bevilacqua holte zudem zahlreiche internationale Designgrößen an Bord, deren ästhetisches Gespür die Zukunft von Danese Milano maßgeblich prägen sollten: Kreativköpfe wie James Irvine, Matali Crasset, Martí Guixé, Naoto Fukasawa oder Herzog & de Meuron ergänzten fortan die Riege der italienischen Koryphäen und verhalfen der Marke so zu einem erfolgreichen globalen Relaunch.
Dialog zwischen Altem und Neuem
2017 übernahm Ron Gilad die Aufgabe, das Sortiment radikal zu überarbeiten, um so den Fokus wieder verstärkt auf den Wohn- und Arbeitsbereich zu richten. Im Anschluss daran schuf der israelische Designer eine verspielte Kollektion, die Poesie und Ironie der materiellen Kultur geschickt erforschte. Heute ist Danese Milano ein Schmelztiegel ausdrucksstarker, facettenreicher Designsprachen: Dabei stehen die gestalterische Qualität, die Ausdruckskraft der Objekte, eine sorgfältige Materialauswahl sowie ein durchdachtes Vertriebskonzept im Mittelpunkt. Seit 2019 fungiert der mehrfach mit dem Compasso d’Oro ausgezeichnete Giulio Iacchetti als Creative Director: Unter seiner Ägide rücken Gestaltungsprozesse in den Vordergrund, die Vergangenheit und Gegenwart in einen beständig fließenden Dialog bringen.
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