01. Oktober 2026

Projekt des Monats
Oktober 2026

VATIKANISCHE NEKROPOLE - Lichterlebnis für eine Zeitreise

Die Nekropole unter dem Petersdom in Rom zählt zu den heiligsten Stätten des Christentums, weil sich dort das Grab des Heiligen Petrus befindet. Im Juni 2025 wurde die Nekropole nach umfangreichen Sanierungs- und Restaurierungsarbeiten sowie der Installation eines neuen Beleuchtungssystems wieder für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

In den ehemaligen Mausoleen sorgt ein gleichmäßig verteiltes, sanftes Licht für eine angemessene Helligkeit, während die Details besonders hervorgehoben werden [Bild: Fabbrica di San Pietro, Vatican City]

Blick auf ein Mausoleum von der alten Straße aus: Das Licht verdeutlicht die Beziehung zwischen Innen- und Außenraum – einst war es ein offenes Bauwerk [Bild: Fabbrica di San Pietro, Vatican City]

Das Licht lenkt den Blick gezielt auf die Details. Die Lichtquellen und die Gehäuse selbst bleiben unbemerkt [Bild: Fabbrica di San Pietro, Vatican City]

Die mit Sorgfalt und Feingefühl gestaltete Beleuchtung verleiht den Mausoleen eine besondere Ausdruckskraft [Bild: Fabbrica di San Pietro, Vatican City]

Die Beleuchtung bringt die feinen Strukturen der Reliefs zur Geltung, modelliert meisterhaft die Textur der Oberflächen und verleiht den Figuren eine bemerkenswerte räumliche Tiefe [Bild: Fabbrica di San Pietro, Vatican City]

Die gleichmäßig beleuchteten Wände und die Lichtakzente auf bestimmten Elementen prägen die Atmosphäre im Hauptkorridor (Iter). [Bild: Fabbrica di San Pietro, Vatican City]

Die Beleuchtung hebt die Oberflächenstrukturen der Flachreliefs, der Wandtafeln und der alten Mauern hervor, bleibt dabei jedoch dezent im Hintergrund [Bild: Fabbrica di San Pietro, Vatican City]

Das Beleuchtungskonzept ermöglicht es, die besondere Atmosphäre dieser „Stadt der Toten“ hautnah zu erleben [Bild: Fabbrica di San Pietro, Vatican City]

Dank der Unterstützung durch die Kolumbusritter (Knights of Columbus), der Mitwirkung von Zumtobel und der Zusammenarbeit mit AkzoNobel Powder Coatings und der Orion S.A. wird die antike Grabstätte heute von einem innovativen und technologisch hochentwickelten System beleuchtet.

„Mit großem Respekt und Stolz haben wir für dieses außergewöhnliche Projekt unsere bestmögliche Lichtlösung bereitgestellt und die Beleuchtung der Nekropole von Sankt Peter neugestaltet – einem Ort von grundlegender Bedeutung für den Vatikan und das Christentum“, erklärt Alfred Felder, CEO der Zumtobel Group. „Es war uns eine große Ehre, unsere Expertise in der Entwicklung von Beleuchtungslösungen für komplexe Umgebungen sowie unsere umfassende Erfahrung in der Beleuchtung von Orten mit herausragendem historischem, künstlerischem und kulturellem Wert einbringen zu dürfen.“


Zumtobel baut Aktivitäten im Bereich sakrale Beleuchtung aus
Mit der Beleuchtung der Vatikanischen Nekropole unter dem Petersdom unterstreicht Zumtobel seine Kompetenz in der Beleuchtung sakraler Räume. Als Anbieter innovativer Beleuchtungslösungen realisiert das Unternehmen seit vielen Jahren Projekte innerhalb und außerhalb des Vatikans und wird auch in Zukunft neue Maßstäbe setzen – beispielsweise wird Zumtobel die Überdachung des Papstaltars im Petersdom mit moderner LED-Technik beleuchten. 

Nekropole - Antike Begräbnisstätte mit besonderer Bedeutung
Für Zumtobel und seine Partner stand die Neukonzeption der vatikanischen Nekropole als einer der bedeutendsten Orte des Vatikans im Mittelpunkt. Unter der technisch-wissenschaftlichen Leitung der Fabbrica di San Pietro wurde das Projekt in Zusammenarbeit mit der italienischen Lichtdesignerin Prof. Arch. Alessandra Reggiani entwickelt.

Gemeinsam wurde ein Lichterlebnis konzipiert, das die Besucher schrittweise über eine Treppe hinunter zur antiken Begräbnisstätte führt. Beim Hinabsteigen der Treppe zum Eingang der Nekropole begeben sich die Besucher auf eine Zeitreise durch fast 1.700 Jahre. Jede Stufe hat eine andere Farbtemperatur (5.700 K bis 2.700 K). So werden die Augen schrittweise auf die geringe Helligkeit in der Nekropole vorbereitet.
Im Mittelpunkt steht die Lichtwirkung im Raum, ohne dass die Leuchten selbst oder die Leuchtdichte ihrer lichtemittierenden Flächen davon ablenken. Das LED-Lichtspektrum umfasst spezifische, auf das Farbspektrum in der Nekropole abgestimmte Wellenlängen und trägt entscheidend dazu bei, durch Phytostimulationsprozesse die Bildung schädlicher pflanzlicher Mikroorganismen zu verhindern bzw. zu hemmen. Die technische Anlagenplanung wurde von Studio Drisaldi Associati, die Installation von Chiocci Impianti Srl durchgeführt.

Um die vatikanische Nekropole während der Ausgrabungen zugänglich zu machen, wurde in den 1940er Jahren eine Stahlbetondecke eingezogen. Diese ist zusammen mit bestimmten Fundamentarbeiten das einzige moderne Element in diesem Areal. Die gesamte Beleuchtungsinfrastruktur ist an dieser modernen Stahlbetondecke befestigt, und die Leuchten sind von dort aus bis zu ihrer idealen Position abgehängt. Im Hauptkorridor (ITER) strahlen lineare Leuchten mit "Tunable White"-Emission von oben nach unten, um die historischen Wände zwischen den Mausoleen und Gräbern hervorzuheben, während Mini-Spots und Wandfluter Mosaike und Basreliefs betonen. Im Hauptkorridor (ITER) akzentuieren lineare Leuchten mit tunableWhite die historischen Wände der Mausoleen und Gräber und leuchten die Wände gleichmäßig von oben bis unten aus. Mini-Spots und Wallwasher ergänzen das Beleuchtungskonzept, indem sie die Mosaike und Flachreliefs hervorheben.

Speziell entwickelte Pulverbeschichtung reduziert die Leuchtdichte
Eine zentrale Anforderung an die Beleuchtungslösung bestand darin, eine übermäßige Leuchtdichte durch die Leuchte selbst zu verhindern. Möglich wurde dies dank einer Kooperation mit dem Beschichtungsspezialisten AkzoNobel Powder Coatings und dem Hersteller von Carbon Black Orion S. A. Eine spezielle Pulverbeschichtung auf dem Blendschutzraster vor der Lichtaustrittsfläche absorbiert den Großteil des Streulichts. Dadurch ist die Lichtquelle aus dem typischen Besucherblickwinkel nicht zu sehen. Die Pigmentierung wurde in umfangreichen Tests so angepasst, dass sich die Leuchten hinsichtlich des erzeugten Farbtons und der Lichtintensität harmonisch in ihre Umgebung einfügen.

„Was als Suche nach einer den Großteil des diffus reflektierten Lichts absorbierenden Beschichtung begann, entwickelte sich zu einer Unternehmung, die von Experimenten, Innovationen und Zusammenarbeit geprägt war. Durch umfangreiche Versuche und die Kombination der Expertise von AkzoNobel auf dem Gebiet der Pulverbeschichtung und jener von Orion auf dem Gebiet von Carbon Black gelang es dem Team schließlich, eine schwarze Pulverbeschichtung zu entwickeln, die die ideale Lösung bot“, sagt Dr. Kai Krauss, Senior Technical Market Manager bei Orion S.A.

„Bei diesem bedeutenden Projekt lag unser Fokus darauf, eine exakt auf die technischen und ästhetischen Anforderungen des Kunden zugeschnittene Beschichtungslösung zu liefern. Unser wichtigster Beitrag bestand darin, angesichts der extremen Feuchtigkeit in der Nekropole langfristig einen zuverlässigen Korrosionsschutz zu gewährleisten, ohne die Integrität des Lichtdesigns zu beeinträchtigen. Mit unserem Interpon Redox One Coat haben wir Leistung, Langlebigkeit und optische Integration in einer einheitlichen Lösung vereint. Die enge Zusammenarbeit mit Zumtobel und Orion stellte sicher, dass jeder Bereich nahtlos zum Gesamtergebnis beitrug“, erklärt Sanal Limoncuoglu, Commercial Director für Süd- und Osteuropa bei AkzoNobel Powder Coatings.

Außerordentliche Bedingungen an einem außergewöhnlichen Ort
Aufgrund ihrer unterirdischen Lage und der Isolation von der Außenwelt weist die Vatikanische Nekropole eine Luftfeuchtigkeit zwischen 98 und 100 Prozent sowie eine konstante Temperatur von etwa 20 bis 25 Grad Celsius auf. Für antike Grabstätten stellt dies kein Problem dar, doch die hohe Luftfeuchtigkeit ist eine Herausforderung für die Beleuchtungskörper. Um langfristiger Korrosion vorzubeugen, wählte Zumtobel daher widerstandsfähige Materialien wie Edelstahl und Aluminium für das Gehäuse. Diese schützen die Leuchten und ihre elektronischen Bauteile bis zur Schutzart >IP67 gegen Feuchtigkeit, Kondenswasser und Staub. Um die Bildung von Kondenswasser und das Eindringen von Feuchtigkeit zu verhindern, sind die elektronischen Systeme in speziellen Harzen eingekapselt und versiegelt.

„Projekte dieser Art erfordern meist eine ganz eigene Herangehensweise und eine individuelle Lösung, die so einzigartig ist wie die Orte selbst. Wir sind sehr stolz darauf, dass wir einen Beitrag dazu geleistet haben, dass die Vatikanische Nekropole in neuem Licht erstrahlt und die Öffentlichkeit ihre außergewöhnliche Schönheit genießen kann. Wir freuen uns auf viele weitere Projekte mit dem Vatikan“, erklärt Matteo Cundari, Geschäftsführer von Zumtobel Italien.




 
 

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